Dienstag, 23. September 2008

In der Formel 1 wird es jetzt finstere Nacht:
Flutlicht-Premiere am Circuit von Singapur

  • Eine besondere Herausforderung für die Rennfahrer
  • Furcht vor blendenden Lichtreflexionen bei Regenfall

Der erste Nacht-Grand-Prix in der Geschichte der Formel 1 am Sonntag in Singapur ist nicht nur eine Weltpremiere, sondern für Teams und Piloten eine einzigartige Herausforderung. Am Südzipfel von Malaysia nicht nur wie in Monaco und Valencia auf einem reinen Stadtkurs gefahren, sondern erstmals unter Flutlicht. In Singapur wird die Nacht zum Tag.

Grund ist, das die Formel 1 zwar mit ihren Rennen immer den finanzkräftigsten Märkten folgt, die meisten und wichtigsten der weltweit rund 500 Millionen TV-Zuschauer aber immer noch in Europa zu Hause sind. Damit die Formel 1 also zur gewohnten Sendezeit um 14.00 MESZ über die Bildschirme flimmern kann, beginnt das Rennen um 20.00 Ortszeit, das Qualifying am Samstag sogar erst um 22.00 Uhr.

Fast alles in Singapur ist Neuland für die Formel 1. Aber ein Spektakel scheint garantiert. Denn im Gegensatz zu Monaco werden auf dem berühmten Raffles-Boulevard über 300 km/h erreicht, dafür verengt sich die Strecke bei der historischen Anderson-Bridge auf zehn Meter. Besonderer Gag: In der Marina Bay fahren die Autos unter der großen Haupttribüne durch und danach am höchsten Riesenrad der Welt, dem Singapur-Flyer, vorbei.

"Der Saison-Höhepunkt"
"Das ist die spektakulärste Streckenmischung, die es je in der Formel 1 gab. Die Premiere in Singapur wird nach meiner Erwartung der Saison-Höhepunkt", zeigte sich auch BMW-Motorsport-Direktor Mario Theissen schon im Vorfeld begeistert.

Die Piloten fürchten weniger das ungewohnte Flutlicht. Denn die von doppelt ausgelegten Stromgeneratoren abgesicherten, 1.600 Strahler mit jeweils 3.000 Lux und einem Gesamtverbrauch von über drei Mio. Watt leuchten die Piste heller aus, als es die Sonne kann. Und das zudem schattenfrei. Bedenken gibt es aber wegen des auf der Tropeninsel fast sicher scheinenden Regens und der dann befürchteten Lichtreflexionen. Das kann bei 175 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit durchaus gefährlich werden.
(apa/red)

23.9.2008 14:52
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