Grabsch unerwartet Zeitfahr-Weltmeister:
Deutscher in Italien vor Tuft und Zabriskie
- Topfavorit Levi Leipheimer enttäuscht als Vierter
- Im Zeitfahren kein Radprofi aus Österreich am Start

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Unerwartete Ergebnisse hat das Einzelzeitfahren der Herren bei den Rad-Weltmeisterschaften in Varese gebracht. Während der favorisierte US-Amerikaner Levi Leipheimer als Vierter Edelmetall um 13,15 Sekunden verpasste, sicherte sich der Deutsche Bert Grabsch überraschend den Titel.
Auf einer 43,7-km-Runde um den Lago di Varese setzte sich der 33-Jährige, der im Juli in Podersdorf das Zeitfahren der Österreich-Rundfahrt gewonnen hatte, mit einem Schnitt von 50,397 km/h überlegen vor dem Kanadier Svein Tuft (42,79 Sekunden zurück) und dem US-Amerikaner David Zabriskie (52,27) durch. Grabsch, der WM-Vierte des Vorjahres, übernahm nach Halbdistanz die Führung vom Norweger Tuft und baute seinen Vorsprung kontinuierlich aus.
"Heute lief alles perfekt, die schnelle Strecke lag mir besser als die in Peking", erklärte der Profi des Columbia-Rennstalls. Der zweifache Weltmeister und Olympiasieger Fabian Cancellara hatte auf ein Antreten verzichtet. "Damit war das Rennen offen", sagte Grabsch, der für den zweiten deutschen Titelgewinn nach Jan Ullrich 2001 sorgte.
Leipheimer, Gewinner beider Zeitfahren der am Sonntag beendeten Vuelta und Olympia-Dritter, musste mit 1:05,42 Minuten Rückstand eine Enttäuschung hinnehmen. "Ich habe mich auf der Strecke eigentlich gut gefühlt, aber ich habe anscheinend nicht genug Druck aufs Pedal gebracht", sagte der Astana-Profi. Auch der bei den Sommerspielen zweitplatzierte Schwede Gustav Larsson blieb als Fünfter (1:05,84 zurück) hinter den Erwartungen. "Mir lag der Kurs nicht so wie jener in Peking, mir haben die Anstiege gefehlt." Österreicher waren nicht am Start.
(apa/red)
