Staraufmarsch in der Wiener Stadthalle:
Neun Top-20-Spieler haben sich angemeldet
- Aber Vorjahressieger Djokovic tritt heuer nicht an
- Stefan Koubek vor Comeback in Wien im "Zwiespalt"

Auch ohne Novak Djokovic verfügt das traditionelle Wiener Stadthallen-Tennis-Turnier, das heuer erstmals als Bank-Austria-Trophy figuriert, über ein sehr dichtes Teilnehmerfeld. Im mit 674.000 Euro dotierten ATP-Event vom 4. bis 12. Oktober sind neun der aktuellen Top 20 am Start, aus heimischer Sicht wird neben Jürgen Melzer das Hauptaugenmerk auf dem Comeback von Stefan Koubek liegen. Der 31-jährige Kärntner tritt erstmals seit sechs Monaten und nach einer Bandscheiben-Operation wieder auf ATP-Tour-Niveau an.
"Ich trainiere jetzt seit vier, fünf Wochen wieder normal und es geht mir von Woche zu Woche besser", meinte Koubek bei einer Pressekonferenz in Wien. Der Kärntner, der auch als Kolumnenschreiber und Beobachter beim Davis Cup in London war, freut sich schon wieder auf seine Rückkehr und wird vor Wien kommende Woche noch zum Einschlagen das Challenger-Turnier in Mons (BEL) bestreiten. Was er sich von Wien erwartet? "Ich bin da ein bisserl im Zwiespalt. Der Eine in mir wünscht sich eine 'Cinderella-Story' und am liebsten das Turnier gewinnen, der Andere in mir sagt mir, dass ich am Boden bleiben muss und schön langsam wieder ins Turniergeschehen hineinwachsen muss. Das Wichtigste ist aber schmerzfrei bleiben."
Starkes Teilnehmerfeld
Koubek, der übrigens zum zehnten Mal in Wien spielen wird, bekommt es mit starker Konkurrenz zu tun. Auf der Nennliste stehen derzeit Stanislas Wawrinka (SUI/ATP-Nr. 9), James Blake (USA/10), Fernando Gonzalez (CHI/11), Juan Martin del Potro (ARG/13), Ivo Karlovic (CRO/14), Fernando Verdasco (ESP/15), Tommy Robredo (ESP/16), Gilles Simon (FRA/17) und Nicolas Almagro (ESP/18). "Das Feld ist schon extrem dicht, da wird es schwer, mehrere Matches zu gewinnen", meinte Koubek. Es werde allgemein für die Österreicher nicht leicht werden.
Auch nicht für Österreichs Nummer 1, Jürgen Melzer. Der Niederösterreicher hat übrigens wegen eines Fehlers des Fahrerservice beim Davis Cup in London den Flug nach Wien und somit die Verbindung nach Bangkok versäumt und musste einen Tag später abreisen. Am Dienstag begab sich Österreichs Davis-Cup-Held von Wimbledon, Alexander Peya, ebenfalls wieder ins Flugzeug, er spielt am Wochenende Qualifikation in Tokio. Dies bleibt ihm in Wien erspart. "Alex bekommt von uns eine Wild-Card. Die hätte ich ihm aber auch gegeben, wenn er in London verloren hätte", meinte Turnierdirektor Peter Feigl.
Peya war hier einst Ballkind
Peya bedeutet Wien viel. "Ich war schon als Ballkind in der Stadthalle dabei, bin in Wien geboren und lebe in Wien. Es ist daher etwas ganz Besonderes für mich. Es wäre schön, wenn ich weit kommen könnte", sagte Peya. Die dritte Wild-Card für den Hauptbewerb ist auch schon vergeben und zwar an den aufstrebenden Kroaten Marin Cilic, der auch schon für 2009 verpflichtet wurde. Feigl begründet das mit dem großen Potenzial des Spielers. Für die Qualifikation erhielt nicht unerwartet Niki Moser, der US-Open-Junioren-Sieger im Doppel, eine der Wild-Cards. Über die beiden weiteren "Freikarten" entscheidet ÖTV-Sportdirektor Gilbert Schaller.
Für Bank-Austria-Generaldirektor Erich Hampel bleibt das Tennis-Turnier in der Stadthalle weiterhin "ein wichtiges Ereignis", auch der Vertrag für 2009 ist nur noch Formsache. Neueinsteiger im Sponsorenbereich ist die Firma "Novomatic" mit Generaldirektor Franz Wohlfahrt an der Spitze. Wohlfahrt, der auch ÖTV-Vizepräsident und ein Tennis-Fan ist, will sich verstärkt im Tennis engagieren. Auf www.playtennis.at hat Novomatic eine interaktive Internetplattform geschaffen, auf der Amateur-Spieler österreichweit Spielpartner suchen können.
Nächstes Jahr anderer Termin
Im Backstage-Bereich gibt es gute Neuigkeiten für die Spieler, denn die zu klein gewordene Players Lounge wird ab heuer in die Halle F verlegt, die bisherige Players-Lounge-Räumlichkeit wird laut Stadthallen-Direktor Peter Gruber eine "Recreation Area". Außerdem konnte das 5-Stern-Luxushotel "The Ring" als neuer Partner des Turniers gewonnen werden. Ab 2009 wird das Turnier übrigens in die letzte Oktoberwoche verlegt. Statt Stockholm (wo heuer Julian Knowle anstelle von Wien spielt) und Moskau werden Lyon und St. Petersburg neue "Konkurrenten" in der gleichen Woche sein. "Wir sind dadurch näher beim Masters und erwarten uns dadurch einen Vorteil", meinte dazu Leo-Günther Huemer, ebenfalls Turnierdirektor in Wien.
(apa/red)
