Piraten entführen Schiff mit 33 Panzern:
Ukrainischer Frachter vor Somalia gekapert
- EU und Russland schicken Kriegsschiffe ins Gebiet
- Somalische Gewässer sind gefährlichsten der Welt
Somalische Piraten haben ein ukrainisches Schiff mit 33 Panzern gekapert. Die Panzer vom Typ T-72 an Bord des unter der Flagge von Belize fahrenden Schiffes seien für Kenia bestimmt gewesen, sagte der ukrainische Verteidigungsminister Juri Jechanurow am Freitag laut Nachrichtenagentur Interfax-Ukraine. Die "Faina" habe außerdem Granatwerfer und Munition geladen.
Das Außenministerium in Kiew erklärte, dass 17 der Besatzungsmitglieder ukrainische Staatsbürger seien, die übrigen vier kämen aus Russland und Lettland. Piraten halten am Horn von Afrika derzeit rund ein Dutzend Schiffe und mehr als 200 Besatzungsmitglieder in ihrer Gewalt.
Angesichts der wachsenden Bedrohung am Horn von Afrika schickt nach der Europäischen Union nun auch Russland ein Kriegsschiff vor die somalische Küste. Einem Marinesprecher zufolge soll es dort regelmäßige Patrouillen fahren. Die Entsendung des Schiffes ist Experten zufolge Ausdruck des neuen Selbstbewusstseins der Regierung in Moskau, die mit ihrer Marine ihre zurückgewonnene Macht demonstrieren will. Russland kündigte zudem den Bau neuer Kriegsschiffe und einer neuen Atom-U-Boot-Flotte an.
Die EU wird ihren Einsatz gegen die Piraten, an dem sich auch Deutschland mit einem Schiff beteiligen will, voraussichtlich im Dezember beginnen. Die Gewässer vor dem ostafrikanischen Land gehören zu den gefährlichsten der Welt. In diesem Jahr sind vor der somalischen Küste bereits mehr als 30 Schiffe von Piraten gekapert worden. In vielen Fällen haben diese Lösegeld gefordert und auch erhalten.
(apa/red)
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