Geiseln aus Ägypten nach Libyen gebracht:
Entführer fordern von Deutschland Lösegeld
- Deutschland will sich zu Angaben bisher nicht äußern
- Ägypten versucht nun in diesem Fall zu intervenieren

Die in der ägyptischen Sahara entführten europäischen Touristen sind nach einem Zwischenstopp im Sudan offenbar nach Libyen verschleppt worden. Die fünf Deutschen, fünf Italiener und eine Rumänin sowie ihre acht ägyptischen Begleiter befänden sich jetzt 15 Kilometer tief in libyschem Gebiet, sagte Sudans Außenamtssprecher Ahmed. Aus Libyen gab es vorerst keine Stellungnahme.
Ein ägyptischer Regierungsvertreter sagte, dass die Geiselnehmer von der deutschen Regierung ein Lösegeld von sechs Millionen Euro verlangten. Deutschlands Außenminister Steinmeier wollte sich am Rande der UNO-Vollversammlung in New York nicht zu den Berichten äußern. Der deutsche Krisenstab im Auswärtigen Amt in Berlin "versucht alles, was zur schnellen Freilassung der Geiseln führt".
Soldaten beobachten Entführer
Dem sudanesischen Außenamtssprecher zufolge haben sudanesische Soldaten die Entführer seit ihrem Eindringen in den Sudan beobachtet. So hätten sie auch gesehen, wie die Reisegruppe in drei Allradfahrzeugen aus dem Gebiet der Oweinat-Berge im Nordwesten des Landes weiter nach Libyen gefahren sei. Sie seien jedoch nicht eingeschritten, um das Leben der Geiseln nicht zu gefährden. Die Grenzen in dem unbewohnten Wüstengebiet sind kaum gesichert, meist markieren nur Holzpfähle ihren Verlauf.
Die Kidnapper und die Touristen hätten sich nach Libyen bewegt und befänden sich nun "etwa 13 bis 15 Kilometer jenseits der Grenze", sagte Ali Youssef. "Allen Geiseln geht es unseren Informationen zufolge gut, wir beobachten die Lage." Die ägyptische Nachrichtenagentur Mena berichtete unter Berufung auf Regierungskreise in Kairo, dass der jüngste Ortswechsel aus Mangel an Trinkwasser erfolgt sein könnte.
Nach ägyptischen und sudanesischen Angaben besteht inzwischen ein direkter Kontakt der deutschen Behörden zu den Entführern. Details wurden nicht bekannt, und das Auswärtige Amt hielt sich weiter bedeckt.
(apa/red)
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