Rekordentschädigung für Neuseelands Maori: Ureinwohner erhalten 240 Mio. Euro
- Hohe Summe wegen Enteignung vieler Ländereien
- Zudem zusätzlich jährliche Pacht in Millionenhöhe

Das neuseeländische Parlament hat einer Rekordentschädigung der Ureinwohner für die Enteignung zahlreicher Ländereien zugestimmt. Laut der Vereinbarung zwischen Regierung und den Maoris erhält ein Kollektiv aus sieben Stämmen 176.000 Hektar Waldflächen und Pachtrückzahlungen von insgesamt fast 420 Millionen Neuseeland-Dollar (rund 240 Millionen Euro).
Zudem wird ihnen eine jährliche Pacht in Höhe von weiteren 13 Millionen Dollar zugebilligt. Die insgesamt 100.000 Maori der sieben Stämme steigen somit zu den größten Landbesitzern Neuseelands auf. Vertreter der Stämme wohnten der Abstimmung auf den Zuschauerrängen des Parlaments bei. Die Verabschiedung des Gesetzes begrüßten sie mit traditionellen Gesängen.
Gebrochener Vertrag
In dem 1840 unterzeichneten Vertrag von Waitangi hatte die britische Kolonialmacht den Maori versprochen, sie dürften ihr Land und ihre Schätze behalten, wenn sie dafür auf ihre Souveränität verzichteten. Dies wurde aber nicht eingehalten: Nach der Ankunft britischer Siedler Mitte des 19. Jahrhunderts verloren sie einen Großteil ihres Landes. Die neuseeländische Regierung hatte bereits in den 1990er Jahren größere Entschädigungen beschlossen. Der dafür zuständige Minister Michael Cullen bekräftigte nun den Willen der Regierung, den Prozess bis 2020 abzuschließen. (apa/red)
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