Wahlkampf in Bayern geht in Schlussrunde:
Merkel und Müntefering treten heute auf
- Bundespolitische Unterstützung für Landesparteien
- Westerwelle, Lafontaine und Gysi auch in München

·Merkel kritisiert
SPD-Personalrochade
Entspricht nicht "der Würde einer Volkspartei"
·Beck scheiterte an Führungsschwäche
Negative Schlagzeilen seit Amtsantritt 2006
·Fehlinformationen als Grund für Rücktritt
Beck begründet seinen Schritt in einer Erklärung
Mit Auftritten der deutschen Kanzlerin Angela Merkel und des designierten SPD-Parteichefs Franz Müntefering geht der Landtagswahlkampf in Bayern ins Finale. Merkel tritt zusammen mit Ministerpräsident Günther Beckstein und CSU-Chef Erwin Huber in Ingolstadt auf, Müntefering zusammen mit dem SPD-Spitzenkandidaten Franz Maget auf dem Marienplatz in München. Bei der FDP sprechen am Abend in München Parteichef Guido Westerwelle und Spitzenkandidat Martin Zeil.
Merkel wird bei der Abschlusskundgebung der CSU in München sprechen, Müntefering bei der SPD in Nürnberg. Die Linke-Spitzenpolitiker Oskar Lafontaine und Gregor Gysi treten beim Wahlkampf-Abschluss ihrer Partei ebenfalls in München auf.
Keine Rückkehr Stoibers
CSU-Generalsekretärin Christine Haderthauer erklärte unterdessen, sie halte eine Rückkehr des ehemaligen CSU-Vorsitzenden und bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber in die erste Reihe ihrer Partei nicht für möglich. "Stoiber hat Großartiges für Bayern geleistet und sich auch kraftvoll in diesen Wahlkampf eingebracht. Aber nun sind andere in der Verantwortung", sagte Haderthauer. Sie wies Spekulationen über einen möglichen innerparteilichen Putsch gegen das jetzige Führungsduo aus Parteichef Erwin Huber und Ministerpräsident Günther Beckstein wegen der anhaltend schlechten Umfrageergebnisse zurück. Die CSU sei geschlossen wie nie, sagte sie.
Parteichef Huber will auch nach einer möglichen Niederlage seiner Partei im Amt bleiben. "Ich bin für zwei Jahre gewählt worden. Ich werde die Verantwortung auch für die vollen zwei Jahre wahrnehmen", sagte Huber der Münchner "tz". "Und ich werde mich auf dem Parteitag der CSU 2009 wieder zur Wahl als Parteivorsitzender stellen." Hubers Amtszeit läuft 2009 aus. Sofern der CSU-Parteitag ihn wiederwählt, könnte er bis 2011 weitermachen.
CSU will 50 Prozent schaffen
Die Münchner "Abendzeitung" und die "Bild"-Zeitung hatten über seit langem im Umlauf befindliche Gerüchte berichtet, Huber solle im Falle einer Niederlage bei der Wahl durch seinen Stellvertreter Horst Seehofer ersetzt werden. Ziel der CSU ist ein Ergebnis von 50 Prozent "plus x", in den letzten Umfragen lag sie jedoch darunter.
Die Grünen-Bundesvorsitzende Claudia Roth sieht ihre Partei vor dem größten bisherigen Erfolg in Bayern. "Die CSU rutscht unter 50 und wir werden zweistellig", sagte Roth Mittwochabend am Rande der Grünen-Abschlusskundgebung in München. Ein Machtwechsel werde Bayern gut tun. Die CSU stelle die letzte Alleinregierung. "Das gibt es sonst nur noch in Kuba, Nordkorea und China".
Mahnung wegenWahlreklame
Unterdessen hat das Bundespräsidialamt die CSU wegen ihrer Wahlreklame mit Staatsoberhaupt Horst Köhler abgemahnt. Die CSU wurde vom Präsidialamt aufgefordert, nicht mehr mit dem Bundespräsidenten zu werben, wie die Grünen am Mittwoch bekanntgaben. CSU-Kandidaten in Oberfranken hatten in Zeitungsannoncen mit Köhlers Konterfei für sich geworben. Man bitte in solchen Fällen wegen der Überparteilichkeit des Amtes um den Verzicht auf solche Werbung, heißt es in dem von Köhlers Amtschef unterzeichneten Schreiben aus Berlin.
Ex-Ministerpräsident Stoiber forderte seine Partei auf, "absolute Disziplin" zu wahren. "Irgendwelche Spekulationen über eine Niederlage oder gar Personaldiskussionen sind völlig fehl am Platz und schädlich", sagte Stoiber dem "Münchner Merkur".
Kampf um Arbeiter-Stimmen
SPD-Spitzenkandidat Franz Maget kämpft in seinem Schlussspurt um die Stimmen der Arbeitnehmer in Bayern und damit gegen die Linke. Politik für Arbeitnehmer gebe es nur mit der SPD, sagte Maget. Linken-Chef Oskar Lafontaine erklärte, ein knappes Scheitern seiner Partei an der Fünf-Prozent-Hürde wäre "kein großartiger Beinbruch".
Die Mehrheit der Bayern kann sich einer neuen Umfrage zufolge einen Regierungswechsel nicht vorstellen. 54 Prozent sind demnach überzeugt, dass es bei der CSU-Alleinregierung bleibt, ermittelte das Meinungsforschungsinstitut Emnid für den Fernsehsender N24.
(apa/red)
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