Nach Schießerei mit sechs Todesopfern:
Soldaten sollen jetzt Camorra aufhalten
- Innenminister Maroni schickt 500 Mann in den Kampf
- Opfer der Schießerei in Drogengeschäfte verwickelt?
·Schusswechsel in
Neapel fordert 6 Tote
Italiens Mafia in Krieg um
Drogenhandel verstrickt

Nach dem Mord an sechs Schwarzafrikanern bei Neapel - Hintergrund waren vermutlich Auseinandersetzungen mit der Mafia -, die zu gewaltsamen Ausschreitungen von Einwanderern geführt hatte, hat das Kabinett in Rom am Dienstag die Entsendung von 500 Soldaten in die Region Kampanien beschlossen. Die Soldaten sollen zur Bekämpfung der Camorra, des neapolitanischen Arms der Mafia, eingesetzt werden, die hinter der Schießerei steckt, kündigte Innenminister Roberto Maroni an.
Die Militärs sollen drei Monate in Kampanien stationiert werden. Danach könnte der Einsatz verlängert werden. Nach der Schießerei hatte das Innenministerium bereits 400 zusätzliche Polizisten in der süditalienischen Region entsendet.
Die Opfer der Schießerei sollen in Drogengeschäfte verwickelt gewesen sein. Italienische Zeitungen sprachen von einem Massaker und von einer Exekution im kriminellen Milieu. Hintergrund des Blutbads bei Castel Volturno nördlich von Neapel könnte der Streit um den illegalen Drogenhandel oder um Prostitution sein. Bei den Toten handelt es sich um Einwanderer aus Ghana, Liberia und Togo. Eine Person wurde als mutmaßlicher Killer am Montag festgenommen.
Entlastung für die Polizei
Der italienische Ministerrat beschloss weiters auch eine Verlängerung um weitere sechs Monate des Einsatzes von rund 3.000 Soldaten zur Sicherheit in den Metropolen. Seit Anfang August sind in Rom, Mailand, Neapel, Padua und Verona Soldaten im Einsatz, um Einrichtungen wie Regierungsgebäude, Bahnhöfe, diplomatische Vertretungen und U-Bahnen zu kontrollieren. Allein in Rom sind 400 Soldaten stationiert, in Mailand sind es 424. Die Soldaten sollen die Polizei entlasten. Damit will die Polizei mehr Personal auf den Straßen zur Verfügung haben. Die mit Pistolen bewaffneten Soldaten dürfen Straftäter festnehmen, die sie auf frischer Tat ertappen. (apa/red)
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