ANC bezweckt rasche Nachfolge für Mbeki:
Parlamentspräsidentin Mbete im Gespräch
- Zahl austretender Kabinettsmitglieder noch unklar
·Südafrika: Mbeki kündigt Rücktritt an
Staatschef von eigener Partei dazu aufgefordert

Nach dem Rücktritt des südafrikanischen Präsidenten Thabo Mbeki wurde noch heute die Bekanntgabe eines Interimspräsidenten durch die Regierungspartei ANC erwartet. Als Kandidatin ist Parlamentspräsidentin Baleka Mbete im Gespräch. Mbeki hatte zuvor in einer Fernsehansprache seinen Rückzug bekanntgegeben. Die ANC-Parteiführung hatte ihn zu diesem Schritt gedrängt.
Offen war noch, wie viele Kabinettsmitglieder aus Solidarität mit Mbeki ihre Ministerämter aufgeben. Der ANC hatte an die Regierungsmitglieder appelliert, nicht zurückzutreten.
Hintergrund des Sturzes durch die eigene Partei sind parteiinterne Auseinandersetzungen mit Mbekis langjährigem Rivalen Jakob Zuma, der den Präsidenten im Dezember 2007 in einer Kampfabstimmung an der Spitze des ANC abgelöst hatte. Zuma, der wegen Korruptionsvorwürfen umstritten aber bei der Parteibasis beliebt ist, will bei den Präsidentenwahlen im kommenden April für den ANC kandidieren.
Unklar ist noch, ob der ANC nach den Vorgängen vom Wochenende von Spaltung bedroht ist. Teile der Partei werfen den Zuma-Anhängern vor, Mbekis Abgang aus reinem Eigeninteresse forciert zu haben. Die Oppositionsparteien sprachen von der Gefahr einer Destabilisierung des Landes. In einigen südafrikanischen Medien war am Montag von einer "Nacht der langen Messer" beim ANC die Rede. (apa/red)
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