Neuer Reiseführer schockiert Frankreich: Afghanistan als "magisches Land" erleben
- "Le Petit Fute" mit Reisetipps für Bomben und Burka
- Regierung empfiehlt: Land lieber zu Hause entdecken

Ist Ihnen Spanien zu überlaufen und Dänemark nicht spannend genug? Besuchen Sie doch Afghanistan. Ja, Sie haben schon richtig gelesen. Den passenden Touristenführer gibt es jetzt auch. In Paris wurde der "Kleine Pfiffikus" (Le Petit Fute) für das Land am Hindukusch vorgestellt. "Afghanistan ist ein bezauberndes und magisches Land", erklärt das Buch. Für alle, die sich von Terror, Burka und Taliban nicht abschrecken lassen.
Viele Franzosen sind irritiert über den Reiseführer. Zu tief sitzt der Schock über den Tod von zehn Soldaten bei einem Partisanenangriff östlich von Kabul. Die Regierung rät angesichts des Machtgewinns der islamischen Kämpfer dringend von Reisen an den Hindukusch ab und das Parlament steht vor einer Debatte über die weitere Beteiligung am Afghanistankrieg. Kann man da Urlauber nach Afghanistan locken?
Im "Rhythmus der Attentate" urlauben
"Die Entscheidung zur Afghanistanreise bedarf sicherlich einer ausgereiften Entscheidung", erklärt der Pfiffikus. Doch: "Selbst wenn ein Teil Afghanistans im Rhythmus der Attentate lebt, wäre es unehrlich, dieses Land auf Taliban, Terrorismus, Burka und Opium zu reduzieren." Wenn man "diese Klischees" überwinde, könne man "in eine Welt eintauchen, die heute zu verschwinden neigt: wo der Mensch mit der Natur lebt." Vorsichtig sollte man dabei aber bleiben. So sollte man in Kabul eher mittags ausgehen, denn "die Anschläge finden normalerweise sehr früh am Morgen statt".
Entdeckung zu Hause
Der Reiseführer sei seit einem Jahr geplant und von den Ereignissen eingeholt worden, heißt es beim Verlag. Er richte sich an Journalisten und Mitarbeiter von Hilfsorganisationen. Im Internet stellt der Verlag jetzt seinem Buchangebot voran, man könne mit dem "Petit Fute" das "verbotene" Land "bei sich zu Hause entdecken". (apa/red)
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