Franz Morak will an die "Burg" zurück:
Rückkehr in die Politk kommt nicht in Frage
- Der ehemalige Staatssekretär im NEWS-Interview
- Harte Worte findet er für seine Nachfolgerin

Der ehemalige Kunst-Staatssekretär Franz Morak, derzeit Kunstsprecher der ÖVP ohne Chance auf ein Nationalratsmandat, will seine Burgtheater-Karenz aufheben. Das sagt er in einem Interview für die aktuelle NEWS-Ausgabe. Die Rückkehr in die Politik komme für ihn ebenso wenig infrage wie die Übernahme einer Theaterdirektion oder die Arbeit an der Volksoper seines früheren Burgtheater-Kollegen Robert Meyer.
Morak: "Den Grundstein zur Neuorientierung hat bei den vergangenen Salzburger Festspielen die fulminante Bartok-Interpretation von Boulez und Barenboim gelegt. Die hat mir wieder Mut gemacht, über eine Zukunft als Künstler nachzudenken. Deshalb nehme ich mir ab Oktober eine Regenerationsphase von etwa einem halben Jahr und beginne wieder Grillparzer zu lesen: ,Ein treuer Diener seines Herrn, ein Stück, das ich immer schon inszenieren wollte. Auf der anderen Seite möchte ich mich mit Wagner beschäftigen. Musiktheater und Theater also: Ich war lange weg, und das Theater ist ein Beruf, dem man sich ganz oder gar nicht ausliefern muss. Und deshalb werde ich jetzt über die uneingeschränkte Rückkehr zur Kunst nachdenken."
Die Burgtheater-Karenz werde er noch mindestens ein halbes Jahr aufrecht erhalten. Morak zu den Umständen den Rückkehr: "Spielen kommt für mich an diesem Punkt eher nicht infrage. Aber den Grillparzer zu inszenieren wäre eine Option, die ich mir gut vorstellen kann (...) Ich suche jetzt einen Weg, als Künstler zurückzufinden, und ich will dabei weder als Sensation betrachtet werden noch als einer, den man auflaufen lassen sollte."
Harte Worte für Nachfolgerin
Harte Worte findet er im NEWS-Interview für seine Nachfolgerin: "Ich sehe schon Anzeichen einer beginnenden Nostalgie nach dem Staatssekretariat, weil die Diskrepanz zwischen den Erwartungen der Post-Morak-Zeit und der Realität so groß ist. Die Ankündigungen waren groß, die Ergebnisse spärlich. Sie hat alle Positionen im Ministerium und darüber hinaus politisch besetzt, und zwar zu Ungunsten Qualifizierterer. Bei der Neubesetzung der Staatsoper hatte sie keine andere Priorität, als den Bundeskanzler auszutricksen, und das auf Kosten des Künstlers Neil Shicoff. Ich empfand das als wahre Sauerei und Armutszeugnis, ohne die jetzige Lösung im Vorhinein gering schätzen zu wollen. Oder das Kunsthistorische Museum: Wir waren seinerzeit mit dem österreichischen Spitzenmann Max Hollein schon sehr weit. Es ging nur darum, ihm Zeit in Frankfurt zu geben und ein Angebot mit Perspektive zu formulieren. Aber meine Nachfolgerin hatte wieder nur eine Negativ-Priorität: Seipel muss sofort weg! Mit Schröder, Husslein und Hollein hätten wir hier perfekte Verhältnisse gehabt. Das zu vergeigen, gegen den Text der Ausschreibung zugunsten einer international unerfahrenen Kraft ohne Führungserfahrung wie Frau Haag: Das ist eine Meisterleistung."
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