Gut versichert: Wo Assekuranzen ihr Geld wert sind und welche Sie stornieren können
- FORMAT: Vorsicht, immer das Kleingedruckte lesen
- Haushaltsversicherung, Pensionsvorsorge & Haftpflicht

Endlich zuhause angekommen, und dann das. Überall in der Küche steht das Wasser, auch im Keller tropft es schon von der Decke. Erster Gedanke: Hoffentlich zahlt die Haushaltsversicherung den Schaden. Doch ein paar Tage später folgt die böse Überraschung: Der Sachverständige kann sich weigert, die volle Schadenshöhe zu ersetzen, weil die Einrichtung im Haus weit mehr wert ist als der Versicherung bekannt:
Der Wert des Wohnungsinventars hat sich seit der Studentenzeit von den damals in der Polizze angegebenen 50.000 Euro mehr als verdoppelt. Franz Starritz vom Wiener Versicherungsmakler Nanke und Partner: "Um dem zu entgehen, sollte man gleich nach einem vorgegebenen Preis, der in etwa bei 1.000 Euro pro Quadratmeter liegt, versichern. Damit verzichtet die Assekuranz auf die Unterdeckungsklausel und zahlt bis zur Deckungshöhe jeden Schaden voll." Tipp: Überprüfen Sie in regelmäßigen Abständen, ob der Deckungsumfang noch passt.
Auf das Kleingedruckte kommt es an
Oft lauert die Gefahr nicht nur in der Unwissenheit mancher Kunden, sondern auch im Kleingedruckten. Assekuranzen halten sich so eine Hintertür offen, um der Leistung im Schadensfall zu entgehen. Doch das ist noch nicht alles. In vielen Fällen sind Versicherungsnehmer heillos überversichert und zahlen zu viel Prämie, weil Schäden unnötigerweise gleich von mehreren Polizzen gedeckt sind oder Versicherungsvertreter überflüssige Zusatzpakete aufgeschwatzt haben. FORMAT zeigt, welcher Versicherungsschutz wirklich notwendig ist, wo versteckte Tücken warten, und gibt Tipps, damit Sie Keilern nicht mehr auf den Leim gehen.
Sicheres Heim
Besonders bei der Haushaltsversicherung hat sich in den vergangenen Jahren viel zum Besseren verändert. Josef Graf, Chef des Grazer Maklerbüros EFM: "Da die Prämien laufend sinken und immer mehr Zusatzleistungen inkludiert sind, zahlt sich eine Konvertierung zu einem neuen Tarif aus." Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) rät, Haushaltsverträge alle ein bis zwei Jahre zu kontrollieren. Nach einer VKI-Überprüfung von 300 Verträgen waren zwei Drittel in puncto Prämie und Deckungssumme verbesserungswürdig.
Vorsicht bei Wertsachen
Je nach Anbieter sind Briefmarken, Münzsammlungen und Schmuck nur bis zu 9.000 Euro gedeckt. Makler Graf: "Eine Erhöhung gegen Mehrprämie ist bis etwa 14.000 Euro möglich. Das reicht aber oft nicht aus. Ich empfehle, den tatsächlichen Wert in jedem Fall zu überprüfen." Für die problemlose Abwicklung rät Versicherungsmakler Werner Widauer, "möglichst alle Wertsachen schon vorher mit Fotos zu dokumentieren, dann ist die Schadensabwicklung in drei Minuten erledigt".
All-Risk-Haushaltsversicherung
Generell gilt, dass nur ausdrücklich genannte Gefahren wie Feuer oder Sturm versichert sind. Wer auf einen Rundumschutz Wert legt, ist mit einer All-Risk-Haushaltsversicherung besser versorgt, die grundsätzlich alle Ursachen abdeckt, die nicht ausdrücklich ausgenommen sind. Man muss aber höhere Prämien in Kauf nehmen. Bei der Uniqa kostet eine All-Risk-Polizze für eine 100 Quadratmeter große Wohnung bei einem Selbstbehalt von 237 Euro rund 229 Euro Jahresprämie. Zum Vergleich: Für eine Uniqa-Basis-Haushaltsversicherung sind jährlich nur 147 Euro fällig, obwohl der Selbstbehalt mit 108 Euro niedriger liegt.
Kfz-Rabattitis
Spendabel zeigen sich derzeit Versicherungen, wenn es um die Autohaftpflicht geht: Bonusgeschenke und Freischäden sind die Regel. Wer etwa bei der Zürich innerhalb der Familie ein Zweitauto versichert, bekommt fünf Bonusstufen geschenkt. Den größten Spielraum bietet die HDI-Versicherung. Dort gibt es intern bis zur Bonusstufe minus sieben, allerdings versichert diese Assekuranz generell nur Lenker über 24 Jahre. Tipp: Wer das Fahrzeug auf ein erwachsenes Familienmitglied anmeldet, spart einen Teil der Prämie, die dem unerfahrenen Lenker verrechnet würde. Bei der Deckungshöhe zahlt es sich nicht aus zu sparen, da Unfälle mit schweren Personenschäden existenzgefährdend sein können.
Gut versorgt
Für ein unbeschwertes Leben in der Pension zahlt es sich aus, bereits in jungen Jahren vorzusorgen. Allerdings sollte man nur dann eine Polizze abschließen, wenn die Lebensplanung klar ist - ein vorzeitiges Storno ist immer ein Verlustgeschäft. Flexibler bei Berufseinsteigern sind Fondssparpläne, bei denen die Zahlungen jederzeit gestoppt werden können. Christian Prantner von der Arbeiterkammer Wien rät, vor Abschluss noch einen Quervergleich vom Makler einzuholen: "Und nicht vergessen, eine Jahresprämie kommt billiger als monatliche Zahlungen."
Den gesamten Bericht lesen Sie im aktuellen FORMAT 38/2008
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