Oberlandesgericht entscheidet über Haft für ehemaligen Libro-Chef Andre Rettberg
- Verhandlung zu versuchter betrügerischer Krida
- 50-Jährigem drohen bis zu acht Monate Haft

·Tiefer Fall des Ex-
Libro-Bosses Rettberg
'Manager des Jahres' wird
zum Skandal-Pleittier
Das Wiener Oberlandesgericht (OLG) entscheidet heute, ob der ehemalige Libro-Generaldirektor Andre Rettberg ins Gefängnis muss. Wegen versuchter betrügerischer Krida war der heute 50-Jährige im Jahr 2006 im Landesgericht Wiener Neustadt wegen Verschleierung seines privaten Vermögens vor seinen Gläubigern verurteilt worden.
Der Schuldspruch ist mittlerweile vom Obersten Gerichtshof (OGH) bestätigt worden und damit rechtskräftig. Die Strafe von drei Jahren Haft, davon acht Monate unbedingt, wurde von Rettberg angefochten. Das OLG kann die Strafhöhe nun bestätigen oder verringern, erläutert Rettbergs Verteidiger Elmar Kresbach.
"Nebenfront" der Insolvenz
Rettberg war als Sanierer der Buch- und Papierwarenkette Libro geholt worden und hatte diese in Folge zu ehrgeiziger Expansionspläne im Jahr 2002 in den Konkurs geführt. Bei der nun verhandelten Causa geht es eigentlich um eine "Nebenfront" der Insolvenz. Ob Rettberg wegen der Libro-Pleite überhaupt vor Gericht gestellt wird, ist auch sechs Jahre danach noch unklar. Das Verfahren befinde sich im Ermittlungsstadium, hieß es von der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt. Wann die Entscheidung über eine eventuelle Anklage falle, stehe derzeit noch nicht fest. (apa/red)

