Rumänischer Verband will Culio einbürgern:
Heldentaten bei Cluj-Sieg rechtfertige dies
- Verbandsboss Sandu: "Culio hat brillant gespielt"
- Culios Verein Cluj hat für die Zukunft große Ziele

·Rumänen sorgten für
die erste CL-Sensation
Cluj besiegt den AS Roma
auswärts verdient mit 2:1
Der Generaldirektor des rumänischen Fußball-Verbandes, Ionut Lupescu, hat gesagt, dass er sich die Einbürgerung des argentinischen Offensivspielers Emmanuel Juan Culio wünscht. Der 25-Jährige hatte beim 2:1-Auswärtssieg von CFR Cluj im ersten Europacupspiel der 101-jährigen Vereinsgeschichte, dem ersten Match in der Champions-League-Gruppenphase bei der AS Roma, beide Treffer erzielt. "Die Zeit ist gekommen, um ein oder zwei Einbürgerungen in Betracht zu ziehen", meinte Lupescu.
Culio war im Stadio Olimpico der große Held, nachdem er die Partie im Alleingang gedreht hatte. "Für mich war es der Abend, den ich mir erträumt hatte. Es war der schönste Augenblick meines Lebens", jubelte der Argentinier in Diensten des rumänischen Meisters. "Coolio!" schrieb die Tageszeitung "Pro Sport" auf der ersten Seite, mit dem Zusatz: "Es war die größte Überraschung, die je von einem Debütanten-Team in der Champions League geliefert wurde."
Eine mögliche Einbürgerung ist für den 25-Jährigen durchaus ein Thema. "Wenn es von mir verlangt wird und die Mannschaft mich braucht, würde ich akzeptieren", erklärte der Cluj-Matchwinner. Rumäniens Teamchef Victor Piturca hat jedenfalls bereits ein Auge auf Culio geworfen. "Einige Ausländer von CFR Cluj könnten im Team eine Rolle spielen, wenn sie die Staatsbürgerschaft bekommen, Culio ist natürlich einer davon", betonte
Piturca. Der EURO-Teilnehmer ist in der Österreich-WM-Qualifikationsgruppe 7 mit einer Niederlage gegen Litauen (0:3) und einem Zittersieg gegen die Färöer (1:0) schwach gestartet.
"Culio hat brillant gespielt"
Culio bekam jedenfalls auch von Verbandspräsident Mircea Sandu Lob nach seinem Doppelpack. "Culio hat brillant gespielt", sagte dieser, wies allerdings auch daraufhin, dass mit einer Einbürgerung viel Papierkram verbunden sei und diese bis zur positiven Erledigung einige Zeit in Anspruch nehmen würde.
Culio arbeitete ab seinem 13. Lebensjahr für sechs Jahre als Maurer in Argentinien. Seine Fußballerlaufbahn führte ihn von Independiente Buenos Aires (2005/06) über Deportes La Serena (CHI/2007) nach Cluj, wo er derzeit mit 22 anderen Legionären seine zweite Saison absolviert. Der rumänische Double-Gewinner hat am 1. Oktober die nächste Chance, international für Furore zu sorgen, wenn der englische Champions-League-Finalist Chelsea in Siebenbürgen gastiert. Für die Zukunft hat Cluj große Ziele: Unternehmer Arpad Paszkany will insgesamt 100 Millionen Euro in den Verein pumpen, das Stadion soll auf 25.000 Plätze ausgebaut werden.
(apa/red)
