Samstag, 20. September 2008

Milchpulver-Skandal in China: Präsident wirft Parteikader schwere Versäumnisse vor

  • Kanada entfernt chinesisches Joghurt aus Regalen
  • Firma reagiert damit auf "Beunruhigung" der Kunden

Im Skandal um chemisch verseuchtes Milchpulver hat der chinesische Präsident Hu Jintao lokalen Parteikadern schwere Versäumnisse vorgeworfen. In diesem Jahr habe es mancherorts "schlimme Unfälle" bei der Sicherheit von Lebensmitteln gegeben, die "schwere Schäden für das Leben und die Gesundheit" der Bevölkerung nach sich gezogen hätten, sagte Hu laut einem Bericht der staatlichen "Volkszeitung" vom Samstag auf einer Veranstaltung der Kommunistischen Partei Chinas. Diese Vorkommnisse zeigten, dass manche Parteiverantwortlichen den Sinn für "Prinzipien, Allgemeinwohl, Verantwortung und Leiden" verloren hätten. Er forderte die Partei auf, sich für das Wohl der Bevölkerung einzusetzen.

In chinesischen Milchprodukten war die Chemikalie Melamin gefunden worden. Durch den Stoff, mit dem ein höherer Eiweißgehalt des Produktes vorgetäuscht werden soll, starben in China bereits vier Säuglinge, mehr als 6.200 Babys erkrankten.

In Kanada kündigte eine Supermarktkette an, alle Joghurts von zwei chinesischen Firmen aus dem Handel zu nehmen. Die Produkte seien "vorübergehend" aus den Regalen geräumt worden, sagte eine Sprecherin der Kette T&T. Tests hätten zwar kein Risiko für die Konsumenten ergeben, das Unternehmen reagiere damit aber auf "Beunruhigung" bei den Kunden.

(apa/red)

20.9.2008 10:38