Karadzic will sich selbst verteidigen: Ex-
Serbenführer tritt sonst in Hungerstreik
- Vorverhandlung findet heute in Den Haag statt
- Festnahme in Belgrad laut Karadzic "Gestapo-Niveau"

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Kriegsverbrecher-Tribunal besteht seit 1993
In Den Haag hat die dritte Anhörung von Radovan Karadzic vor dem UNO-Tribunal für Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien begonnen. Der Ex-Präsident der bosnischen Republika Srpska will sich selbst verteidigen und droht laut seinem Belgrader Rchtsberater mit einem Hungerstreik. Zudem kritisierte er die Methoden, die zu seiner Festnahme führten.
"Ich bin nicht bereit, ein Objekt zu sein", sagte Karadzic am Mittwochnachmittag bei der Vorverhandlung. Er wolle "nicht andere Leute über Dinge entscheiden lassen, die mich angehen", betonte er.
Karadzic: Festnahme "Gestapo-Niveau"
Trotz gegenteiligen Ratschlags seines Beraters brachte Karadzic neuerlich Kritik an der Strafverfolgung seines Falls durch das Haager Tribunal sowie die angebliche Existenz eines Geheimabkommens mit dem ehemaligen US-Beauftragten auf dem Balkan, Richard Holbrooke, vor. Die Methoden, die zu seiner Festnahme in Belgrad führten, hätten "an Gestapo-Niveau" herangereicht, so der wegen Völkermordes und weiterer Kriegsverbrechen im Bosnien-Krieg (1992-95) Angeklagte.
"Bitte nutzen sie diese Kammer nicht, um Angelegenheiten anzusprechen, für die dieses Gericht nicht zuständig ist (...)", forderte daraufhin der Richter, "nur um vielleicht ein öffentliches Statement zu machen". Die Frage, ob das Haager Ad-hoc-Gericht für Karadzic zuständig sei, könnten nur höhere Stellen beantworten. (apa/red)
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