Somchai neuer Regierungschef in Thailand:
Ende der Spannungen unwahrscheinlich
- Hohes Polizeiaufgebot vor der Wahl im Parlament
- Regierungsgegner kündigten bereits Proteste an

Das Parlament in Thailand hat den Schwager des vor zwei Jahren gestürzten Ministerpräsidenten Thaksin zum neuen Regierungschef gewählt. Für Somchai stimmten 298 der 480 Abgeordneten. Seine Wahl dürfte die politischen Spannungen anheizen: Regierungsgegner kündigten an, keinen Premier mit Verbindungen zu Thaksin oder dem abgesetzten bisherigen Regierungschef Samak zu akzeptieren.
Der 61-jährige Somchai ist bereits seit dem vom Verfassungsgericht erzwungenen Rücktritt Samaks als amtierender Ministerpräsident im Amt. Samak war vergangene Woche wegen seiner Auftritte in Fernseh-Kochshows des Amtes enthoben worden.
Sicherheitsaufgebot vor der Wahl
Vor der Wahl im Parlament wurden laut Polizei mehr als 2.200 Sicherheitskräfte in den Straßen aufgezogen. Regierungsgegner halten den Amtssitz des Regierungschefs seit dem 26. August besetzt und haben Samak als Marionette Thaksins gebrandmarkt. Thaksin wurde 2006 in einem Militärputsch gestürzt und lebt jetzt in Großbritannien, um einem Korruptionsverfahren zu entgehen.
Unmittelbar nach der Wahl Somchais lag keine Reaktion der oppositionellen "Volksallianz für Demokratie" (PAD) vor, die die regierungsfeindlichen Proteste organisiert und das Kabinett gezwungen hat, seine Sitzungen auf dem alten Don-Muang-Flughafen von Bangkok abzuhalten.
Premier will politische Krise beenden
Somchai hat als seine erste Priorität die Beendigung der tiefen politischen Krise bezeichnet, die Thailand seit den ersten Protesten gegen Thaksin im Herbst 2005 erfasst hat. Die Menschen seien der ständigen Auseinandersetzungen müde, sagte er bei einem Treffen mit den Koalitionspartnern seiner "Volksmacht-Partei" (PPP), der Nachfolgerin der vom Militär verbotenen Thaksin-Partei "Thai Rak Thai" (TRT/"Thais lieben Thais").
Der neu gewählte Premier und frühere Richter war unter Samak Erziehungsminister und Vizepremier. Seine Frau war eine einflussreiche Abgeordnete der TRT.
(apa/red)
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