Ein Drittel noch immer planlos: Viele haben ihre Wahlentscheidung noch nicht gefällt
- Experten erwarten Kopf-an-Kopf Rennen der Großen
- Kleinparteien straucheln: Grünen fehlt "Zug zum Tor"
·Vor NR-Wahl extrem viele unentschlossen
Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen SPÖ und ÖVP
·Wahlbeteiligung auf historischem Tief
Nichtwähler-Partei stellt mittlerweile dritten Platz
·Erbitterter Kampf um Plätze eins und drei
Letzte Stimmenschlacht im NR-Wahl-Countdown
·Molterer warnt: "Rot- Blau in Reichweite"
Über Wendepunkte und Schreckenskoalitionen
·Haider liebäugelt mit dem Justizministerium
BZÖ-Spitzenkandidat über Ressortwünsche
Nach wie vor eine hohe Anzahl an Unentschlossenen und ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen SPÖ und ÖVP sehen die Meinungsforscher zwei Wochen vor der Wahl. Rund ein Drittel der Österreicher weiß immer noch nicht, auf wen die Wahl am 28. September fallen wird. Für entscheidender als sonst hält Peter Hajek die TV-Duelle. Bei den Grünen vermissen die Experten "den Zug zum Tor", die FPÖ werde zwar zulegen, dürfte aber die Aufstellung Haiders beim BZÖ spüren. Für die Liste Dinkhauser schaut es nicht gut aus.
Laut Imma Palme vom SPÖ-nahen IFES-Institut gibt es noch immer einen hohen Anteil an Unentschlossenen unter den Wahlberechtigten, auch wenn dieser in den letzten zwei Wochen von etwa 40 auf 35 Prozent gesunken sei. Außerdem seien sehr viele von denjenigen, die sich bereits jetzt zu einer Partei bekennen, noch nicht sehr gefestigt in ihrer Meinung - viele würden noch zwischen zwei Parteien überlegen. Auch Werner Beutelmeyer vom Linzer market-Institut sieht den Unentschlossenen-Anteil derzeit zwischen 35 und 36 Prozent.
Peter Hajek (Public Opinion Strageties) geht von einem Wechselwähleranteil von einem Viertel bis zu einem Drittel aus. Dieses Mal würden die TV-Diskussionen auf Grund des kurzen Intensivwahlkampfes stärker in den Mittelpunkt rücken. Peter Ulram vom ÖVP-nahen FESSEL/GfK-Insitut beziffert den Anteil der noch Unentschlossenen mit zirka 30 Prozent.
Knappes Rennen bei Großparteien
Vorsichtig sind die Meinungsforscher nach wie vor mit Prognosen. Laut Beutelmeyer ist vor allem bei den beiden Großparteien SPÖ und ÖVP der Ausgang des Kopf-an-Kopf-Rennens schwierig abzuschätzen. Für Hajek hat die SPÖ "sicher leichte Vorteile gegenüber der ÖVP". "Interessant" sei aber, dass sich die Volkspartei nun auf die "Stärken" des Spitzenkandidaten Wilhelm Molterers besinne und die Slogans "Hält Wort" oder "Gibt Sicherheit" propagiert. Laut dem Politologen Peter Filzmaier geht es für SPÖ und ÖVP in erster Linie um Schadensbegrenzung. "Es ist unbestritten, dass beide verlieren werden", sagte er.
Der FPÖ werden zwar Zugewinne prognostiziert, Hajek glaubt aber nicht daran, dass die Freiheitlichen die 20-Prozent-Marke erreichen werden. Beutelmeyer sieht die FPÖ gar "auf dem absteigenden Ast", während das BZÖ in der Wählergunst steige. Alle Experten sind sich einige, dass das BZÖ von der Aufstellung Jörg Haiders zu Lasten der FPÖ profitiert.
Wahlkampf "mit Kanten und Profil"
Unterschiedlich sind die Meinungen zum Wahlkampf der Grünen. Während Hajek diesen einen angriffigen, klaren, "mit Kanten und Profil" versehenen Wahlkampf attestiert, meinte Ulram, die Erwartungen der Partei von Alexander Van der Bellen sei durch das Antreten des Liberalen Forums "massiv eingebremst worden". Palme vermisst bei den Grünen "den Zug zum Tor".
Skeptisch gaben sich die Experten zum Einzug des LIF: Beutelmeyer sagt den Liberalen wie auch der Liste Dinkhauser eine "Zitterpartie" vorher. Letzterer sei außerhalb Tirols "nicht wirklich besonders präsent", so Palme - und auch Hajek meinte, es sehe derzeit so aus, als ob Dinkhauser "die Luft ausgeht".
(apa/red)
