Samstag, 20. September 2008

Rassistische Infos ins Internet gestellt: Wiener muss erstmals deshalb ins Gefängnis

  • Wegen Verhetzung zu einer Haftstrafe verurteilt
  • Über Computer-Adresse ausgeforscht und angeklagt

Am Wiener Straflandesgericht ist erstmals ein Mann wegen rassistischer Verhetzung im Internet zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Laut einer österreichischen Tageszeitung hatte der Mann ein E-Mail einschlägigen Inhalts an den Anti-Rassismus-Verein "Zara" geschickt als auch ein Posting hinterlassen. Er wurde - nicht rechtskräftig - zu neun Monaten Freiheitsentzug verurteilt, zwei Monate davon unbedingt.

Der 53-Jährige EDV-Techniker versuchte seine Botschaften bei der Verhandlung als Provokation zu rechtfertigen. Richterin Katja Bruzek hatte dafür aber wenig Verständnis uns sprach von "abscheulichen" Mitteilungen, schreibt der "Kurier". Unter anderem hatte der Mann folgendes geschrieben: "Stinkende Niggerbastarde, nutzlose Muselmanen, abgrundhässliche Mümmelweiber, vollgepisstes moslemisches Lumpenpack ..."

Er war außerdem bereits einschlägig aufgefallen, als er eine ähnliche Nachricht mit übelsten rassistischen Verunglimpfungen verfasst hatte. Dies hatte ihm vier Monate eingetragen, beim ersten Mal noch auf Bewährung.

Nach erneuten Postings wurde der Mann über seine Computer-Adresse ausgeforscht und angeklagt. Der Verurteilte, der sich nicht schuldig bekannte, nahm sich Bedenkzeit.

(apa/red)

20.9.2008 14:42