Mittwoch, 17. September 2008

"Briefmarken-Promi" ist in Wien gelandet:
Blaue Mauritius in Kürze im Austria Center

  • Philatelie-Klassiker hat einen wert von drei Mio. Euro
  • Wertzeichen erlangte Berühmtheit durch "Fehler"

Sie ist nicht die seltenste und auch nicht die teuerste Briefmarke der Welt - doch mit Sicherheit die berühmteste: die Blaue Mauritius. Mittwochmittag ist sie - gemeinsam mit der Roten Mauritius, mit der sie auf dem "Bordeaux-Brief" klebt - am Flughafen Wien in Schwechat gelandet, um anschließend unter strengster Bewachung ins Austria Center eskortiert zu werden. Ab Donnerstag wird sie auf der WIPA 2008 zu bestaunen sein.

Die aus Hannover kommende Austrian Arrows-Maschine landete um 12.15 Uhr in Wien. Das philatelistische Schmankerl im Wert von über drei Millionen Euro, befand sich in einem unscheinbaren kleinen Metallkoffer und wurde unter Blitzlichtgewitter an die Organisatoren der WIPA 2008 übergeben.

Die Breifmarke müsste für Philatelisten eigentlich eine herbe Enttäuschung sein. Denn das kleine Papierfutzerl verfügt nicht einmal über eine für Briefmarken übliche Zähnung. Trotzdem wurde das Postwertzeichen längst zum Mythos. 1847 mit dem Wert von zwei Pence gedruckt, wechselte sie im Jahr 1993 - gemeinsam mit einer Roten Mauritius, mit der sie auf dem "Bordeaux-Brief" klebt - um sagenhafte 3,3 Mio. Euro den Besitzer.

Aufgrund der fehlenden professionellen technischen Einrichtungen wurden die beiden Marken mit dem Bild der jungen Queen Victoria in Handarbeit in Metall gestochen und der Name der Insel - Mauritius - einfach hinzugefügt. Doch ein kleiner Fehler, der zur Berühmtheit der Marken entscheidend beitragen sollte, schlich sich bei dem Entwurf ein: Anstatt "Post Paid", also Porto bezahlt, wurde "Post Office" (Postamt) eingraviert. (apa/red)

17.9.2008 13:36