Montag, 15. September 2008

Gewitter können Asthma verschlimmern:
Der Grund für das Phänomen ist noch unklar

  • Nach Unwetter mehr Asthmatiker in Krankenhäusern
  • Vorsichtsmaßnahmen bereits im Vorhinein zu treffen

Unwetter können asthmatische Beschwerden deutlich verschlechtern. An Tagen, die auf ein kräftiges Gewitter folgen, müssen deutlich mehr Asthmatiker wegen eines Anfalls in der Notaufnahme eines Krankenhauses behandelt werden als an anderen Tagen.

"Eigentlich würde man davon ausgehen, dass Gewitter die Luft klären", sagt der Lungenfacharzt Michael Barczok vom deutschen Bundesverband der Pneumologen. Tatsächlich aber seien Gewitter mit einem dreiprozentigen Anstieg in der Häufigkeit von Notfallbehandlungen wegen Asthma verbunden. Der genaue Grund sei bisher nicht bekannt. "Die plausibelste Hypothese besagt, dass Pollenkörner in der Luft durch den Aufprall von Regentropfen osmotisch aufgebrochen werden und dabei Allergene freisetzen, die dann insbesondere von böigen Winden verbreitet werden können", erläutert Barczok.

Mehr Allergene in der Luft
Der dadurch bedingte Anstieg von Allergenen in der Luft, der offenbar am Folgetag des Gewitters einen Höhepunkt erreiche, könne dann bei Asthmatikern Beschwerden auslösen und verschlimmern. Daher sollten die Betroffenen bei einem Gewitter sicherheitshalber zu Hause bleiben und die Fenster zu schließen, um die Allergene von vornherein auszusperren, rät der Experte. Zu den Vorsichtsmaßnahmen gehöre auch, die richtigen Medikamente im Haus zu haben, falls asthmatische Beschwerden auftreten und schlimmer werden sollten. (apa/red)

15.9.2008 08:21