Donnerstag, 11. September 2008

NEWS Serie zur Zahngesundheit, Teil 3
Die vier Säulen der Kariesprophylaxe

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Eine wirksame Kariesprophylaxe beruht auf vier Säulen:

Sinnvolle Ernährung
Gesundheit beginnt mit einer ausgewogenen und abwechslungsreichen Ernährung. Kohlenhydratreiche Lebensmittel sollten dabei den Hauptanteil der täglichen Kalorienzufuhr ausmachen.

Zucker und andere schnell vergärbare Kohlenhydrate sind allerdings in Menge, Häufigkeit und Dauer des Verzehrs einzuschränken. Dies gilt insbesondere für klebrige und an den Zähnen haftende Süßigkeiten. Auch das Dauernuckeln von mit Haushaltszucker gesüßten Tees, Fruchtsäften sowie das Dauerlutschen/-knabbern von zuckerhaltigen Bonbons etc. schadet den Zähnen.

Gewissenhafte Zahnpflege
Da aber auch ernährungsphysiologisch erwünschte Lebensmittel wie beispielsweise Obst, Milch- und Getreideprodukte, Kartoffeln u. a. vergärbare Kohlenhydrate enthalten, sollten regelmäßig nach den Mahlzeiten, mindestens jedoch zweimal täglich, die Zähne geputzt werden.

Empfehlenswert ist eine Zahnbürste mit dicht besetztem Bürstenkopf, mit der nacheinander die Kauflächen, dann die Außen- und Innenflächen der Zähne mit leichtem Druck in kreisenden Bewegungen gebürstet werden sollten. Zahnzwischenräume lassen sich mit Zahnzwischenraumbürsten oder Zahnseide reinigen.

Zufuhr von Fluoriden
Konsequente Zahnhygiene und eine sinnvolle Ernährung reichen jedoch nicht aus, um die Zahnkaries zu verhindern. Entscheidend ist vielmehr, dass auch ausreichend Fluoride zugeführt werden, da diese eine anerkannt hohe Kariesschutzwirkung haben

So wird durch fluoridhaltige Zahnpflegemittel (Zahnpasten, Spüllösungen, Gelees) eine lokale Schutzwirkung erreicht. Diese ist generell der wichtigste Wirkungsmechanismus von Fluorid. Zusätzlich fördert eine Fluoridzufuhr mit der Nahrung, und zwar altersangepasst durch fluoridiertes Speisesalz, eine gesunde Zahnentwicklung und eine geringere Kariesanfälligkeit der Zähne. Dabei ist von Bedeutung, dass fluoridiertes Speisesalz vor dem Verschlucken auch einen erheblichen lokalen Effekt auf der Zahnoberfläche hat.

Regelmäßige zahnärztliche Kontrolle
Mindestens zweimal im Jahr sollten die individuellen Maßnahmen zur Kariesprophylaxe durch eine zahnärztliche Kontrolle und evtl. antibakterielle Behandlung oder lokale Fluoridanwendung ergänzt werden.

Empfehlungen für die Kariesvorbeugung mit Fluoriden in verschiedenen Altersgruppen
Eine Kariesprophylaxe ist lebenslang, d. h. so lange eigene Zähne vorhanden sind, notwendig. Eine kontinuierliche Fluoridzufuhr spielt dabei die entscheidende Rolle. Mit der bei uns üblichen Ernährung nehmen Erwachsene durchschnittlich 0,4 - 0,6 mg Fluorid pro Tag zu sich. Für die Stoffwechselfunktionen im Körper ist diese vergleichsweise niedrige Zufuhrmenge ausreichend, nicht jedoch für einen optimalen Kariesschutz. Deshalb wird eine zusätzliche Fluoridzufuhr empfohlen, die z. B. über Speisesalz erfolgen kann.

Vor dem 6. Lebensmonat ist aus zahnärztlicher Sicht keine Fluoridzufuhr bzw. -anwendung notwendig. Sind die ersten Milchzähnchen durchgebrochen, sollten sie einmal täglich mit einer höchstens erbsengroßen Menge fluoridhaltiger Kinderzahnpaste geputzt werden. (Fluoridgehalt bis 0,05 %).

Speisesalz mit Fluorid
Ab dem zweiten Geburtstag wird empfohlen, die Milchzähne zweimal täglich mit einer erbsengroßen Menge Kinderzahnpaste unter entsprechender Hilfestellung und Kontrolle durch die Eltern zu reinigen. Zusätzlich wird die generelle Verwendung von fluoridiertem Speisesalz im Haushalt empfohlen.

Wird keine fluoridhaltige Zahnpaste und kein fluoridiertes Speisesalz verwendet, kann die zusätzliche Fluoridzufuhr über Fluoridtabletten erfolgen. Wichtig ist, stets nur eine Form der Fluoridzufuhr durchzuführen.

Ab Schulbeginn sollten Kinder ihre Zähne mit Erwachsenenzahnpaste putzen - sie enthält 0,10 bis 0,15 Prozent Fluorid. Die Verwendung von fluoridiertem Speisesalz im Haushalt soll selbstverständlich beibehalten werden. Fluoridlacke, -lösungen oder -gelees sollten nur auf zahnärztliche Anweisung verwendet werden. Die Anwendung dieser Präparate erfolgt in der Regel ab dem Schulalter und insbesondere bei Kindern mit erhöhtem Kariesrisiko. Sind wegen eines besonders hohen Kariesrisikos weitere Vorsorgemaßnahmen notwendig, sollten diese ebenfalls in Absprache mit dem Zahnarzt erfolgen.

Gute Dauerwirkung
Im Jugend- und Erwachsenenalter soll die Verwendung von fluoridiertem Speisesalz, das in Deutschland als Jodsalz mit Fluorid im Handel ist, beibehalten werden, d. h. es sollte im Haushalt als Regelsalz verwendet werden. Das dem Salz zugesetzte Fluorid wirkt nämlich als Schutzschild schon während des Essens - also wenn verstärkte Säureattacken zu erwarten sind - direkt am Zahn. Außerdem kommt es den Zähnen über die Speisen mehrmals täglich zugute, so dass auch eine gute Dauerwirkung gewährleistet ist.

Die Wirkung und die Unbedenklichkeit dieser Präventionsmaßnahme ist wissenschaftlich erwiesen und durch langjährige Erfahrungen beispielsweise in der Schweiz nachprüfbar. Bei dem in Deutschland vorgeschriebenen Fluoridgehalt im Speisesalz (0,25mg/g Salz) und bei üblicher Salzverwendung im Haushalt ist eine Fluoridüberdosierung auszuschließen.

Zwei Fliegen mit einer Klappe
Fluoridiertes Speisesalz wird in Deutschland ausschließlich in Kombination mit Jod im Lebensmittelhandel angeboten. Jod ist ein für die Bildung von Schilddrüsenhormonen wichtiges Spurenelement, das in Deutschland von den meisten Menschen nicht in ausreichender Menge aufgenommen wird. Mit fluoridiertem und jodiertem Speisesalz beugt man also nicht nur der Karies, sondern gleichzeitig auch den immer noch häufig auftretenden jodmangelbedingten Schilddrüsenvergrößerungen vor.

Wichtige Eckpfeiler der Kariesvorbeugung bleiben neben einer systematischen Fluoridzufuhr nach wie vor eine ausgewogene Ernährung, wobei möglichst seltener Süßes gegessen werden sollte, eine sachgemäße Zahn- und Mundpflege und die regelmäßige Kontrolle durch den Zahnarzt.

Die ganze Story finden Sie im aktuellen NEWS.

Quelle: Redaktion/ www.kariesvorbeugung.de

11.9.2008 16:16