2008 mit ungewöhnlichem Gelsen-Sommer: Extreme lokale Unterschiede bei Auftreten
- Gebietsweise extrem lästig, anderswo kaum Mücken
- Bedingt durch stark wechselnde Wetterbedingungen

·Blutsauger im Osten Österreichs im Anflug
Unsere sauberen Flüsse locken die Kriebelmücken
Das abwechselnd heiße und dann wieder nasse Wetter des zu Ende gehenden Sommers hat Österreich ein eher ungewöhnliches Gelsenjahr beschert. So blieben ansonsten häufig von Stechmücken geplagte Regionen verschont. Anderorts gab und gibt es durch angestiegene Grundwasserspiegel sogar Invasionen von Überschwemmungsgelsen, und das ohne ein einziges Hochwasser, erklärte Gelsen-Forscher Berhard Seidel.
So sind durch häufige Starkregen etwa in Gebieten des Wiener Beckens, speziell in der Mitterndorfer Senke, Areale überflutet worden, weil effektiv das Grundwasser zu Tage getreten ist. Auch wenn das kein klassisches Hochwasser ist, den Überschwemmungsgelsen ist das egal. Sie beginnen sich zu entwickeln. Ist es entsprechend heiß, reichen wenige Tage vom Ei bis zum geflügelten Insekt.
Berüchtigte Stechmücken-Gegenden verschont
Seidel berichtete auch von Gelsen-Invasionen an Piesting, Fischa und teilweise an der Leitha, ebenso wie an der March, um den Neusiedler See und auch im Mühlviertel. Berüchtigte Stechmücken-Gegenden wie etwa Tulln blieben dagegen heuer weitgehend verschont. Dazu kommen noch hausgemachte Mückenplagen, wenn etwa eine achtlos stehengelassene Gießkanne, eine Regentonne oder sonstige Wasseransammlung zur Brutstätte von Gelsen wird.
Seidel versucht seit wenigen Jahren, dem Problem großflächig Herr zu werden. Anstatt des häufig kritisierten Gifteinsatzes, werden die Gelsenweibchen bewusst irregeleitet. So werden etwa in Augebieten verlockende Duftspuren an Stellen ausgebracht, an denen die Brut sicher nicht aufkommen kann. Als Lockstoffe dienen etwa Pflanzenextrakte. (apa/red)
