Dienstag, 9. September 2008

Zweisprachigkeit erhöht Stotter-Risiko:
Kinder unter fünf Jahren bleibt Sprachfehler

  • Jedes fünfte stotternde Kind zweisprachig erzogen
  • Buben sind deutlich stärker betroffen als Mädchen

Frühes Lernen von Fremdsprachen im Alter unter fünf Jahren erhöht bei Kindern das Stotter-Risiko. Bei zweisprachig erzogenen Kindern falle es auch schwerer, den Sprachfehler wieder zu beseitigen, heißt es in einer Studie britischer Wissenschafter, die von der britischen Medizinervereinigung BMA veröffentlicht wurde.

Für die Untersuchung wurden Daten von 317 Kindern aus London herangezogen, die im Alter von acht bis zehn Jahren bei Logopäden in Behandlungen waren. Dabei stellte sich heraus, dass jedes fünfte stotternde Kind zweisprachig aufgewachsen war und zu Hause eine andere Sprache sprach als in der Schule.

Ein deutlich reduziertes Stotter-Risiko gebe es, wenn die Kinder bis zu fünf Jahre hauptsächlich ihre Muttersprache lernten und erst dann mit der zweiten Sprache anfingen, hieß es in der Studie des Psychologen Peter Howell des Londoner University College. Der Untersuchung zufolge stottern zweisprachige Kinder üblicherweise immer in beiden Sprachen. Buben sind deutlich stärker betroffen als Mädchen.

(apa/red)

9.9.2008 07:17