Leitbetriebe sichern Jobs auch in den KMUs:
Studie zeigt Kooperation zwischen Firmen
- Ein Euro Wertschöpfung sichern 2,2 Euro in KMUs
- Ein Arbeitsplatz im Leitbetrieb sichert 2,8 Arbeiter

Eine neue Studie des Industriewissenschaftlichen Instituts nimmt die "Leithammel" der österreichischen Wirtschaft unter die Lupe. Untersucht werden 103 ausgewählte "Leitbetriebe", die für die Gesamtwirtschaft und speziell für die klein- und mittelständische Wirtschaft von besonderer Bedeutung sind. Ein Euro Wertschöpfung bei ihnen löst insgesamt 2,2 Euro Wertschöpfung in der österreichischen Volkswirtschaft aus, ein Arbeitsplatz in den Leitbetrieben sichert statistische 2,8 Arbeitsplätze, wird in der Studie errechnet.
Mit dem Begriff der "internationalen Leitbetriebe" werden bestimmte Kriterien wie "Kontroll- und Steuerungskomkpetenz", Wertschöpfungsintensität, Marktanteil und Internationalität verbunden. Das IWI schätzt, dass es derzeit 180 bis 200 Betriebe in Österreich gibt, die dieser Definition entsprechen.
Rahmenbedingungen für Wirtschaft
Die Industriellenvereinigung, die den Auftrag gegeben hat, forderte die Regierung auf, "optimale Rahmenbedingungen" zu schaffen. Dabei geht es im Wesentlichen um Bildung und Qualifizierung und eine an den Bedürfnissen der Wirtschaft orientierte Einwanderungspolitik, eine "leistungsfreundlichere" Besteuerung, die Sicherung von Infrastruktur und Energieversorgung und Forschungsförderung und Innovationspolitik.
"Wenn die Industrie abwandert, gehen massiv Arbeitsplätze und Wohlstand verloren", warnte voestalpine-Generaldirektor Wolfgang Eder. Die wichtigsten Anliegen der in der Studie befragten Betriebe seien hochqualifizierte Arbeitskräfte und Arbeitsflexibilisierung, sagte IV-Präsident Veit Sorger.
Die 103 untersuchten Betriebe kooperieren mit 95.000 Zulieferern, 87 Prozent davon KMU - im Durchschnitt also mit jeweils 1.000 pro Leitbetrieb. Sie stehen für eine Wertschöpfung von 35,3 Mrd. Euro oder 15 Prozent der österreichischen Bruttowertschöpfung. Sie beschäftigten 164.000 Mitarbeiter direkt und sind indirekt für 459.000 Arbeitsplätze oder 11 Prozent der Gesamtbeschäftigten verantwortlich.
(apa/red)
