Rettung der Alitalia gegen Pilotenprotest: Hoffnung für italienische Fluglinie Alitalia
- Teil der Gewerkschaften stimmt Rettungsplan zu
- Silvio Berlusconi rief Piloten zu Verantwortung auf

·Alitalia: Flüge nur
bis Montag gesichert
Treibstoffmangel bringt Airline in Bedrängnis
·Rettung der Alitalia-
Fluglinie gescheitert
Investorengruppe CAI beendet Verhandlungen
·Alitalia-Sanierung kostet rund 4.500 Jobs
Auch 500 Piloten müssen ihre Mützen abgeben
Bei den Bemühungen zur Rettung der angeschlagenen italienischen Fluggesellschaft Alitalia ist es zu einem spannungsgeladenen Tag gekommen. Nachdem in der Nacht vier der neun Gewerkschaften ein Rahmenabkommen mit dem Unternehmerbündnis CAI unterzeichnet hatte, das die marode Fluglinie übernehmen und sanieren will, wurde weiter um die Arbeitsverträge verhandelt. Die Regierung Berlusconi kämpft gegen die Zeit, um den Bankrott der noch staatlichen Airline abzuwenden.
Die einflussreiche Pilotengewerkschaft, die den Rettungsplan bekämpft, war jedoch nicht unter den Unterzeichnern des Abkommens. Die Piloten stemmen sich gegen den Rettungsplan, der die Streichung von 3.200 Jobs vorsieht. Gefährdet sind auch 1.000 Pilotenstellen.
Appell Berlusconis
Der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi rief die Piloten zu Verantwortung auf. "Entweder es kommt zu einem Abkommen, oder die Alitalia muss bankrott erklärt werden. Dies bedeutet 20.000 Arbeitsplätze weniger", sagte der Ministerpräsident. "Es gibt keine Alternativen. Die Regierung hat das getan, was sie tun konnte. Sie hat 16 Unternehmer gefunden, die eine Milliarde Euro in die Alitalia investieren wollen und einen industriellen Plan zur Rettung der Fluggesellschaft verfasst haben.
Hunderte von Piloten und Flugbegleitern der Alitalia sind durch die Innenstadt bis zum Regierungssitz gezogen, um gegen den Ausschluss der Pilotengewerkschaften von den Verhandlungen zu protestieren. Die Demonstranten in ihrer Alitalia-Uniform riefen Slogans gegen die Regierung Berlusconi. "Besser bankrott, als in den Händen von Banditen", skandierten die Demonstranten.
Abkommen mit der CAI
Die Investorengruppe CAI, das gesunde Teile der Alitalia mit der privaten Fluggesellschaft Air One fusionieren will, verpflichtet sich, für fünf Jahre Anteilseigner an Alitalia zu bleiben, geht aus dem Industrieplan hervor. Das Unternehmerbündnis will bis zu 158 Flugzeuge übernehmen und den heimischen sowie den ausländischen Markt von Alitalia stärken. Die Wartung und der Cargo-Bereich sollen einem externen Anbieter verkauft werden. Zu den Interessenten zählt der noch staatliche Rüstungskonzern Finmeccanica. Einem ausländischen Partner soll nur eine Minderheitenbeteiligung überlassen werden. Die neue Fluggesellschaft soll aus 12.500 Mitarbeitern bestehen, darunter 1.550 Piloten, 3.300 Flugbegleiter und 7.650 Mitarbeiter des Bodenpersonals.
(apa/red)

