So verhandelbar ist alles: Banken geben hartnäckigen Kunden viel bessere Zinsen
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- FORMAT: Wie man mit Kundenberatern verhandelt

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Mickrige 0,125 Prozent Habenzinsen auf dem Girokonto, dafür stolze 13,5 Prozent im Soll: Solche Konditionen muss sich niemand bieten lassen. Zwar treibt der Gedanke, in die Bank zu gehen und mit dem Kundenberater bessere Konditionen für das eigene Konto zu verhandeln, so manchem die Schweißperlen auf die Stirn. Doch die Sorge ist übertrieben - das Aushandeln günstigerer Konditionen ist eigentlich gar nicht so schwer.
Das ist das Ergebnis einer anonymen FORMAT-Tour durch die Banken, die vor allem eines zutage brachte: Schlechte Zinssätze für das Girokonto sollte man keinesfalls kampflos zur Kenntnis nehmen. Feilschen zahlt sich aus, da die Kundenberater mit sich reden lassen und willig sind, nicht nur Neukunden zu gewinnen, sondern auch treue Kunden zu halten. So war es für FORMAT ein Leichtes, bessere Zinsen für schwarze und rote Zahlen am Konto auszuhandeln. Nicht nur im persönlichen Gespräch, sondern auch telefonisch wurden bereits nach wenigen Minuten insgesamt bis zu fünf Prozent günstigere Zinsen erzielt.
Vorbereitung ist essentiell
Haben, Soll und hätte gerne. Ein bisschen Vorbereitung macht sich schnell bezahlt. Vorab sollte man im Internet oder durch die Info-Flyer in den Filialen die Konditionen der einzelnen Banken vergleichen. Mit dem besten Angebot geht man dann zur Bank seiner Wahl und versucht sein Glück. Beim Wunsch nach besseren Habenzinsen muss man anfangs mit leichtem Widerstand rechnen. Das Girokonto wird von Kundenberatern oft als reiner Durchlaufposten bezeichnet. Das überschüssige Geld solle man auf besser verzinste Sparkonten überweisen. Damit versuchen die Banken, die schlechte Girokonto-Verzinsung von meist 0,125 Prozent im Haben zu bagatellisieren.
Die von den Geldinstituten offerierten täglich fälligen Sparprodukte sind in der Tat etwas besser verzinst als das Konto. So bietet die Bawag zusätzlich zum Konto die TopCard an (kostet drei Euro pro Jahr), auf der Beträge bis 3.499 Euro mit 1,5 Prozent verzinst sind, Kunden der Bank Austria bekommen 1,625 Prozent. Ein bisschen lukrativer liegt das Geld bei der Erste Bank, die auf der täglich fälligen ProfitCard bis zu einer Einlagenhöhe von 9.999 Euro 2,625 Prozent zahlt. Raiffeisen NÖ-Wien macht für den gleichen Betrag immerhin jährlich drei Prozent locker. Allerdings macht das ständige Hin- und Herschieben der Guthaben zwischen Giro- und Sparkonto ziemlich viel Mühe - und wer wirklich einen hoch verzinsten Parkplatz für das täglich fällige Geld haben möchte, ist zum Beispiel bei der livebank.at mit 4,55 Prozent besser aufgehoben.
Optimieren der Girokonto-Zinsen
Ganz gleich ob man noch ein zusätzliches Cash-Konto nutzt oder nicht, es lohnt sich auf jeden Fall, die Girokonto-Zinsen zu optimieren. FORMAT bekam bei der Oberbank schon nach einer Telefonanfrage im Haben am klassischen Konto 1,5 Prozent statt 0,25 Prozent. Auch die Erste Bank ließ mit sich reden. Ein besseres Angebot der Konkurrenz wirkte Wunder und verhalf zu 0,875 Prozent mehr Zinsen.
Auch niedrigere Sollzinsen sind reine Verhandlungssache. Die von den Banken offerierten Überziehungszinsen von meist zwölf Prozent oder mehr müssen wirklich nicht sein. Die Volksbank verlangt auf ihrem City-Konto schon offiziell nur 9,75 Prozent, die bei der FORMAT-Tour ebenso verhandelbar waren. Spektakulär reagierte die Bank Austria: Die 13,5 Prozent wurden im ersten Beratungsgespräch bereits auf 9,875 Prozent gesenkt.
Studenten heiß umworben
Weitaus einfacher haben es die Studenten, denen nicht nur gute Konditionen nachgeworfen werden. Taschen, iPods, Gutscheine, MP3-Player, Gewinnspiele, USB-Sticks und nicht zu vergessen Zinsen, die meist weit über denen der normalen Girokonten liegen. Die Konkurrenz schläft nicht - jeder buhlt um die Gunst der Studienanfänger und potenziellen Großverdiener von morgen. So bietet die Erste Bank neben Gewinnspielen und Ermäßigungen für Tickets, Kinokarten sowie Weiterbildungskursen des IFS auch das Binden der Diplomarbeit plus eine kostenlose Privathaftpflichtversicherung an. Zusätzlich dient die Bankomatkarte der Erste Bank gleichzeitig als "International Student Identity Card", mit der man eine Reihe von Preisreduktionen, etwa bei Flug- und Zugtickets, in Theatern sowie Hotels, erhält (www.isic.at).
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