Dienstag, 9. September 2008

Air France-KLM buhlt um AUA und Alitalia:
Wird fristgerecht ihr Angebot einreichen

  • Österreichischer Staat sucht Käufer für 43 % an AUA
  • PLUS: Auch russische Airline S7 bekundet Interesse

Air France-KLM will sich an Österreichs Austrian Airlines (AUA) beteiligen. Zudem bekräftigte Europas größte Fluggesellschaft, an einem Minderheitsanteil an der italienischen Alitalia interessiert zu sein. Für den Anteil an AUA würden die Franzosen rechtzeitig vor Ablauf der Bieterfrist ein Angebot vorlegen, sagte Air-France-Chef Jean-Cyril Spinetta. "Wir werden ein Angebot machen, wissen aber noch nicht genau, wie die Konditionen aussehen werden."

Bis Freitag müssen Interessenten ihre Strategien für die Zukunft der AUA vorlegen. Der österreichische Staat sucht einen Käufer für seine 43 Prozent an der AUA. Das Unternehmen war wie viele Konkurrenten durch stark gestiegene Treibstoffkosten in Bedrängnis gekommen. Offiziell haben neben der Air France bisher die Lufthansa, die russische S7 und die Turkish Airlines ihr Interesse angemeldet.

Auch an der angeschlagenen Fluggesellschaft Alitalia wollen sich die Franzosen beteiligen. Die Regierung in Rom will das Unternehmen in unrentable und gesunde Bestandteile aufspalten. Eine Investorengruppe, die die rentablen Geschäftsteile aufkaufen und mit dem Rivalen Air One verschmelzen will, habe Air France eine Beteiligung angeboten, sagte Spinetta.

Wir haben in einem Brief geantwortet, dass wir uns eine sehr kleine Minderheitsbeteiligung an diesem italienischen Unternehmen vorstellen können, wenn wir sicher sind, dass es profitabel sein wird. Wir sind bereit, uns zu beteiligen - vielleicht nicht sofort, aber mittelfristig", sagte er. Noch im April war Air France bei einem Übernahmeversuch von Alitalia am Widerstand der italienischen Gewerkschaften gescheitert.

Russische Airline S7 zeigt Interesse
Es gibt aber noch andere Interessenten an der AUA: Die russische Fluggesellschaft S7 - einer der Kandidaten für die Übernahme der Staatsanteile an der AUA - soll ein umfangreiches Wachstumspaket für die vor der Privatisierung stehende Austrian Airlines-Gruppe (AUA) vorbereitet haben. "Das Angebot wird für die AUA und den Wiener Flughafen sensationell sein", sagte ein mit dem Offert vertrauter internationaler Flugfahrt-Konsulent, der nicht genannt werden wollte, zur APA.

Zusammen mit der S7 werde die AUA ihre Rolle als wichtigste Airline nach Osteuropa und insbesondere auch nach Russland beträchtlich ausbauen können, das Angebot sei auch das beste in Bezug auf die Arbeitsplätze, sagte der Experte unter Berufung auf ihm vorliegende Unterlagen. In Summe werde davon der Standort Österreich maßgeblich profitieren.

Der Vorstandsvorsitzende der größten russischen Inlandsfluggesellschaft, Wladislaw Filew (Vladislav Filev), präsentiert seine Airline in Wien (11.30 Uhr, Radisson SAS Palais Hotel, 1., Parkring 16). Offiziell könne er sich aber aufgrund von Verschwiegenheitsbestimmungen nicht konkret zu dem S7-Angebot äußern.

Unverbindliche Angebote noch bis 12. September möglich
Noch bis zum Freitag (12. September) können Bewerber ihre unverbindlichen Angebote samt Strategiekonzept für die AUA bei der ÖIAG einreichen. Weiters haben unter anderem haben auch die Lufthansa und British Airways Interesse an den AUA-Anteilen angemeldet.

(apa/red)

9.9.2008 20:22