AUA-Boss wehrt sich gegen böse Gerüchte:
Doch kein Auftritt bei Schmiergeldprozess
- "Über Hintergründe der Zahlungen nicht informiert"
- Zuvor Berichte über Einvernahme in Siemens-Prozess

·Kurz-Chronologie des
Schmiergeld-Skandals
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16.750 Arbeitsplätze sollen gestrichen werden
Austrian Airlines-Chef Alfred Ötsch weist jede Verwicklung in die Siemens-Schmiergeldaffäre energisch zurück. "Entgegen anders lautenden Gerüchten" sei Ötsch bei dem in Kürze startenden Prozess "weder als Zeuge noch als Beschuldigter geladen", teilte die AUA-Pressestelle mit. Es gebe weder einen Termin im Vorfeld des für 24. September 2008 anberaumten Siemens-Prozesses noch für den Prozess selbst, wurde auf betont.
Die Verrechnung der in Diskussion befindlichen Beratungsleistungen sei laut Vertrag von der Zentrale über den Bereich Automation & Drives, wo Ötsch von Dezember 2001 bis Oktober 2005 im Bereichsvorstand tätig war, abgewickelt worden. Dieser Bereich habe lediglich als Rechnungsadresse fungiert, die inhaltliche und kostenmäßige Verantwortung sei aber ausschließlich in der Zentrale in München gelegen. Fazit: "Herr Ötsch hat mit diesem Thema weder inhaltlich noch persönlich das Geringste zu tun."
Der heutige AUA-Chef Alfred Ötsch "war über die Hintergründe der Zahlungen, nämlich die verdeckte Unterstützung der AUB, nicht informiert. Aufgrund seines Wissensstandes konnte Herr Ötsch davon ausgehen, dass es sich um einen korrekten Vorgang handelte, dem entsprechende Gegenleistungen in der Zentrale, die ja die Kosten trug, gegenüberstanden." Darüber hinaus habe Ötsch ausschließlich geprüfte und anerkannte Rechnungen zur Zahlung angewiesen. Ohne vorherige schriftliche Anerkennung gab es keine Anweisung.
Medien berichteten über bevorstehende Einvernahme
Medien berichten über eine angeblich bevorstehende Einvernahme von Ötsch bei der Staatsanwaltschaft Nürnberg. So solle der AUA-Boss "demnächst" von der deutschen Justiz einvernommen werden, schreiben "WirtschaftsBlatt" und "Heute" nach einem entsprechenden Bericht im deutschen "Spiegel". "Herr Ötsch wird als Beschuldigter zum nächstmöglichen Zeitpunkt von der deutschen Justiz verhört", wird ein Sprecher zitiert. Der Vorwurf laute auf Untreue und Steuerhinterziehung.
Ötsch sei bisher nicht als Zeuge geladen oder einvernommen worden, erklärte der Nürnberger Oberstaatsanwalt Wolfgang Träg laut Presseagentur dpa. "Das schließt nicht aus, dass er als Zeuge noch in Betracht kommt", wird Träg zitiert. Der Prozess gegen den früheren Siemens-Vorstand Johannes Feldmayer - dem Ötsch als Bereichsvorstand der Siemens-Automationstechnik nachfolgte - und den ehemaligen AUB-Chef Wilhelm Schelsky wegen Untreue und Steuerhinterziehung beginnt am 24. September 2008.
(apa/red)

