news.at-Kommentar zur Litauen-Niederlage:
Des Brückners Stärke ist nicht die Offensive
- Solo-Spitze-Strategie geht nur bei den "Großen" auf
- Außenspieler sind überragend in ihrer Harmlosigkeit

Ausgezeichnete Ergebnisse gegen die zwei Fußball-Giganten Italien & Frankreich (2:2 & 3:1), da kommt natürlich keine Kritik an Karel Brückners neuem Spielsystem auf. Doch jetzt, nach dem 0:2 gegen den vermeintlichen "Fußball-Zwerg" Litauen, muss eindeutig gesagt werden: Mit der defensiv-destruktiven Taktik mit einer Solo-Spitze und langen, hohen Bällen nach vorne ist im heutigen Fußball kein Blumentopf zu gewinnen.
Gegen Hochkaräter kann die "Angsthasen"-Taktik sicherlich mit ein wenig Glück aufgehen. Aber was bringt das, wenn gegen die "kleinen" Gegner die spielerischen Mittel fehlen, um die Pflichtpunkte einzufahren? Die Kreativzentrale ist unterbesetzt, weil neben dem weiterhin überforderten Andreas Ivanschitz die zwei Staubsauger Aufhauser und Scharner aufgestellt werden. Und auf den Außenbahnen spielen ein Martin Harnik, der mit grandioser Konstanz einen Ball nach dem anderen verliert, sowie ein Christian Fuchs, dessen Offensivqualitäten bekanntlich stark limitiert sind. Viele werden nun in dem derzeit verletzten Ümit Korkmaz den Heilsbringer sehen, doch wird auch der eine vollkommen veraltete Spielstrategie nicht wettmachen können.
An vorderster Front machte Marc Janko zwar im Gegensatz zu Stefan Maierhofer eine gute Figur, doch werden sich die Gegner im Laufe der Zeit auch besser auf den Riesen von Salzburg einstellen. Wieso probiert man es nicht mit einem sogenannten "Großen" und dem quirligen Jimmy Hoffer an seiner Seite? In den letzten zwanzig Minuten in Litauen hat es wunderbar funktioniert. Und bei Rapid zeigt das Sturmduo Maierhofer- Hoffer in jeder BL-Runde, wie erfolgreich solch eine Konstellation sein kann. Hoffentlich spielt man zumindest im nächsten Match gegen die Faröer mit zwei Sturmspitzen, sonst macht man sich schon ein wenig lächerlich.
Die wichtigste Aufgabe Karel Brückners bis zu den nächsten Quali-Spielen wird nun darin bestehen, dem ÖFB-Team einen Schuss Kreativität zu verpassen. Also den Weg fortzusetzen, den Josef Hickersberger einst mutig eingeschlagen hat. Der nämlich wollte bei der EURO 2008 mit Offensiv-Fußball bestehen. Und ist mit Anstand gescheitert.
Kommentar von Kim Son Hoang










