Ivanschitz blickt trotz Pleite nach vorne:
Kapitän will von Katzenjammer nichts hören
- Griechenland-Legionär kehrt positive Aspekte hervor
- Ivanschitz: 'Vielleicht hätten wir mehr riskieren sollen'

Das österreichische Fußball-Nationalteam hat den Punkte-Bonus aus dem Traumstart in die WM-Qualifikation gegen Frankreich wieder verspielt. Auf den Siegesrausch nach dem Triumph über den Vize-Weltmeister folgte die Ernüchterung in Form eines 0:2 auswärts gegen die Litauer, die dadurch die Gruppe 7 völlig überraschend als einziges Team ohne Punkteverlust anführen.
Von einer Katerstimmung wollte Andreas Ivanschitz allerdings nichts wissen. "Wir sind immer realistisch geblieben und haben genau gewusst, wie das 3:1 gegen Frankreich einzuschätzen ist", beteuerte der Kapitän, der bemüht war, positive Aspekte hervorzustreichen. "Wir haben in diesem Spiel so viele Chancen herausgespielt wie in den letzten drei, vier Partien zusammen."
Selbst nach dem 0:2 sei ein Punktgewinn in Marijampole noch möglich gewesen. "Wir hatten genug Chancen auf den Anschlusstreffer und dann schaue ich mir an, ob uns nicht noch das 2:2 gelungen wäre." Nun müsse das nächste Match am 11. Oktober auswärts gegen die Färöer unbedingt gewonnen werden, "und dann brauchen wir gegen Serbien wieder die Unterstützung des Publikums, und die werden wir haben. Die Euphorie darf nicht abbrechen", forderte der Burgenländer.
"Vielleicht hätten wir mehr riskieren sollen"
Vorerst aber gilt es noch, den Rückschlag im Baltikum zu verdauen. "Die Niederlage ist bitter, weil wir nach dem guten Start gegen Frankreich eine große Möglichkeit nicht genutzt haben. Aber wenn uns vorher wer gesagt hätte, wir holen drei Punkte aus den ersten zwei Spielen, hätten wir sie wahrscheinlich genommen", vermutete der 24-Jährige. Ivanschitz war sich nicht sicher, ob eine offensivere Variante gegen Litauern zielführender gewesen wäre. "Vielleicht hätten wir mehr riskieren sollen, aber im Nachhinein ist das immer leicht zu sagen."
So wie Ivanschitz trauerte auch Martin Stranzl einem perfekten Start in die WM-Qualifikation nach. "Natürlich ärgert man sich darüber, dass man so eine Chance ausgelassen hat. Jetzt sind wir dort, wo wir nicht hinwollten, aber wir müssen wieder nach vorne schauen", erklärte der Innenverteidiger, dem auch sauer aufstieß, dass der ÖFB-Auswahl nach einem klaren Handspiel im Finish ein Elfmeter vorenthalten worden war.
Diese Fehlentscheidung sowie ein vom Referee nicht geahndeter Ellbogencheck gegen sein Gesicht brachten den Abwehrspieler von Spartak Moskau dermaßen in Rage, dass er kurz vor Schluss wegen Schiedsrichterkritik die Gelbe Karte sah, was noch bittere Folgen haben könnte, denn nach zwei Verwarnungen steht eine Zwangspause an. Als erster Österreicher muss Rene Aufhauser nach seinen gegen Frankreich und Litauen erhaltenen Gelben Karten pausieren, der Mittelfeldspieler fehlt gegen die Färöer.
(apa/red)










