Montag, 8. September 2008

Nach Muskelverletzung wieder einsatzbereit: Jürgen Säumel hofft auf Einsatz vs. Litauen

  • Serie A-Legionär konnte Training voll mitmachen
  • Aufhauser: "Werden Litauen nicht unterschätzen"

Die österreichischen Fußball-Teamspieler haben den Tag nach dem Triumph zum Auftakt der WM-Qualifikation gegen Frankreich größtenteils zum Auspannen genutzt. Nationalcoach Karel Brückner gab den Internationalen den Sonntagnachmittag frei und die Kicker versüßten sich die Freizeit mit dem Lesen der medialen Jubel-Meldungen über die Sensation (3:1-Heimsieg) gegen den Vize-Weltmeister.

Jürgen Säumel etwa konnte es gar nicht erwarten, die Zeitungen aufzuschlagen. "In den letzten zwei Jahren hat die Nationalmannschaft viel Kritik einstecken müssen, daher haben wir uns über die Berichterstattung sehr gefreut", meinte der Steirer, der allerdings das Frankreich-Spiel wegen einer Muskelblessur nur von der Tribüne aus erlebt hatte. "Das hat schon ein bisschen wehgetan", gab der Torino-Legionär zu.

Für die Litauen-Partie sollte der Mittelfeldspieler aber wieder einsatzbereit sein. "Ich habe das Training wieder voll mitgemacht, gehe davon aus, dass ich gegen Litauen fit bin und hoffe, für dieses Spiel ein Thema zu sein", sagte Säumel, der seinen 24. Geburtstag feierte. "Vielleicht werden wir uns am Abend ein bisschen zusammensetzen, doch unsere ganze Konzentration gilt Litauen. Uns ist bewusst, wie wichtig dieses Spiel ist."

"Ersatz" überzeugt
Ob der frühere Sturm-Graz-Kapitän, der beim 2:2 im August gegen Italien zu den Besten zählte, gegen die Balten-Truppe in der Startformation steht, scheint aber offen - schließlich erzielte der gegen die Franzosen auf der Säumel-Position agierende Rene Aufhauser ein Tor und genießt bei Brückner offenbar großes Vertrauen.

Der 32-Jährige hat mit dem Stadion von Marijampole, wo das nächste Match über die Bühne geht, erst kürzlich gute Erfahrungen gemacht. Vor vier Wochen gewann der Mittelfeldspieler dort mit RB Salzburg in der UEFA-Cup-Qualifikation auch dank zweier Elfer-Tore von Marc Janko 4:1 gegen den litauischen Club Suduva, der im Moment keine Teamspieler stellt. "Das Stadion ist ziemlich neu, der Platz in einem sehr guten Zustand", erzählte Aufhauser von der rund 4.500 Zuschauer fassenden Arena, in der nach den Angaben des 55-fachen Internationalen (12 Tore) "kein Hexenkessel" zu erwarten ist.

"Unterschätzen Litauen nicht"
"Wir werden Litauen sicher nicht unterschätzen und wegen der wenigen Zuschauer auch nicht weniger motiviert sein. Wir sollten dieses Spiel als Chance sehen, wieder zu punkten, damit wir im Oktober gegen Serbien in Wien wieder ein volles Stadion haben", meinte Aufhauser, dem die Umstellung von einem 48.000- auf ein 4.500-Publikum nicht schwer fällt. "Einen ähnlichen Unterschied gibt es in der Liga auch, wenn wir zum Beispiel vor 17.000 in Wien und dann vor 6.000 in Altach spielen."

Nach den Angaben von Aufhauser, der in seiner Anfangszeit in Salzburg mit dem Litauer Valdas Ivanauskas zusammenspielte ("Wenn wir ihn als Beispiel hernehmen, müssten wir uns fürchten"), ist das ÖFB-Team gegen die Balten keinesfalls Favorit. "Wir hätten auch ohne den 3:0-Sieg der Litauer in Rumänien nicht davon sprechen können, dass wir dort locker drei Punkte holen. Litauen hat sich auch weiterentwickelt", warnte der Mittelfeldspieler, gab aber auch die Devise aus: "Wer sich für eine WM qualifizieren will, muss in solchen Spielen punkten." (apa/red)

8.9.2008 14:30