"Wunderwuzzi" beim nächsten ÖFB-Gegner:
Litauens Teamchef Couceiro als Sieggarant
- Bisherige Nationalmannschaftsbilanz: Zwei 3:0-Siege
- Portugiese sorgte in CL-Quali mit Kaunas für Furore
Jose Couceiro gilt im Land von Österreichs kommendem WM-Qualifikations-Gegner Litauen als Fußball-"Wunderwuzzi". Der Portugiese war im vergangenen Juli als Trainer zu FBK Kaunas gekommen und schaltete mit dem regierenden Meister in der zweiten Runde der Champions-League-Qualifikation auf Anhieb die Glasgow Rangers aus. Dadurch wurde der nationale Verband auf den 45-Jährigen aufmerksam und kürte ihn am 14. August zum Teamchef.
Seither arbeitet Couceiro, der in seiner Karriere unter anderem den FC Porto und die portugiesische U21-Auswahl betreute, in einer Doppelfunktion als Kaunas-Coach und Nationaltrainer. Zwar scheiterte er mit dem vom russischen Millionär Wladimir Romanow kontrollierten Club in der letzten Quali-Runde für die Eliteliga an Aalborg BK, seiner Popularität im baltischen Staat tat dies aber keinen Abbruch - schon gar nicht nach den Erfolgen mit dem Nationalteam.
"Nur ein bisschen geholfen"
Couceiros erstes Spiel auf der Auswahl-Bank endete am 20. August in Marijampole, dem Schauplatz des Duells mit der ÖFB-Mannschaft, mit einem 3:0 im Test gegen Moldawien. Für Aufsehen sorgte jedoch der 3:0-Erfolg in Rumänien, wodurch die Litauer sogar die Tabellenführung in Gruppe 7 übernahmen. Dennoch wollte der Coach seinen Anteil am Sensationssieg nicht überbewerten. "Die Spieler sollten das ganze Lob ernten. Ich habe nicht viel gemacht, nur ein bisschen geholfen."
Vorgänger ging in die Politik
Dass er in Litauen zum Heilsbringer avancierte, hat der erste ausländische Teamchef Litauens seit der Unabhängigkeit auch seinem Vorgänger zu verdanken. Obwohl die Balten in der vergangenen EM-Qualifikation Achtungserfolge wie das 1:1 in Italien oder das 2:0 daheim gegen die Ukraine landeten und im vergangenen April sogar bis auf Rang 48 der Weltrangliste vorstießen (derzeit 54./Österreich 101.), nahm Algimantas Ljubinskas im August als Nationaltrainer den Hut. Der 56-Jährige zog dem höchsten Betreueramt im Land eine politische Karriere vor, seine Bitten an die Verbandsspitze, parallel dazu weiter als Teamchef arbeiten zu dürfen, waren nicht erhört worden. (apa/red)
