Roger Federer: "Ich lebe und atme Tennis"
Champ wähnt sich nun wieder unbesiegbar
- Pfeiffersches Drüsenfieber beeinträchtigte die Saison
- Federer mit der medialen Beurteilung nicht zufrieden

·"Seuchenjahr" hat doch ein Happy-End
US Open-Sieg bedeutet Roger Federer "die Welt"
·Die US Open 2008:
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Einen Tag, nachdem Roger Federer als erster Tennisspieler seit 1924 zum fünten Mal in Folge die US-Tennis-Open gewonen hatte, legte der 27-jährige Schweizer noch in New York erneut ein Bekenntnis zum Tennissport ab. "Ich lebe und atme Tennis", sagte Federer. "Es ist nach wie vor das, was ich am meisten liebe und wofür ich alles gebe", erklärte der Ausnahme-Sportler nach einer äußerst kurzen Nacht in New York einem kleinen Kreis von Medienleuten.
Federer hatte wegen Pfeifferschen Drüsenfiebers zum Jahresbeginn bis zu den US Open eine für ihn eher durchwachsene Saison erlebt. Er hatte bis dahin nicht nur keinen Grand-Slam-Titel gewonnen sondern auch Olympia-Gold im Einzel verpasst sowie seine jahrelange Position als Nummer eins an Rafael Nadal abgeben müssen.
Mit dem erneuten Sieg bei den US Open rettete Federer aber alles. "Ob das Jahr gut, sehr gut oder sogar super war, interessiert mich aber nicht. Ich habe das Grand-Slam-Turnier gewonnen, das ich gewinnen wollte. Und ich habe mich am Ende erstmals wieder unbesiegbar gefühlt", erklärte der Schweizer.
Federer unzufrieden mit medialer Beurteilung
Er sehe es aber nicht so, dass er damit eine verkorkste Saison gerettet habe. "Es war trotz allem ein besseres Jahr als 2003, als ich mit meinem ersten Wimbledonsieg den Durchbruch geschafft habe", zeigte sich Federer weiterhin unzufrieden über die mediale Beurteilung. Dass ihn sogar vermeintliche Experten wie Björn Borg praktisch schon abgeschrieben hätten, habe sehr geschmerzt, gestand er. "Nach Paris hat man mehr oder weniger gesagt, dass ich nie wieder etwas gewinen werde. Das hat mich schockiert, das war echt etwas extrem."
Selbst dass er sein sechstes Wimbledon-Finale in Folge in einem epischen Fünfsatz-Match gegen Nadal verloren hatte, empfindet Federer nicht als Niederlage. "Ein unglaubliches Match, das einen Sieger brauchte. Die Leute hatten aber mehr Mitleid mit mir als dass sie sich für Rafa freuten. Das war etwas schmerzhaft", erinnerte sich Federer und verwies auf etwas für ihn viel Wichtigeres. "In Wimbledon hat sich Tennis auf eine nächsthöhere Stufe begeben. Und das ist es, woran ich seit fünf Jahren arbeite. Tennis noch populärer zu machen und letztlich habe ich das mit diesem Wimbledon-Finale erreicht."
Am Ende unterstrich Federer einmal mehr, dass er seinen geliebten Sport noch sehr lange ausüben will. "Mich fasziniert, wenn im Golf die Legenden gegen die Jungen antreten. Auch ich möchte noch gegen möglichst viele Generationen spielen. Und ich fühle mich heute mit 27 Jahren körperlich besser in Schuss als jemals zuvor.
(apa/red)
