42-Jährige gewinnt 1. Gold für Österreich:
Andrea Scherney im Weitsprung siegreich
- Bereits drittes Paralympics-Gold für die Wienerin
- Gewichtheber Butt sorgt für den ersten Dopingfall

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Andrea Scherney hat bei den Paralympischen Spielen in Peking ihren Weitsprung-Erfolg von Athen 2004 wiederholt und ihre bereits dritte Paralympics-Goldmedaille gewonnen. Davor hatte sie in Atlanta 1996 Gold im Speerwurf gewonnen. Für Österreich war es am dritten Wettkampftag die erste Medaille bei den 13. Paralympics.
Scherney startete in dem Weitsprungbewerb (Klasse F44/Unterschenkeamputation) praktisch außer Konkurrenz. Bereits in ihrem ersten Versuch erzielte die 42-jährige Wienerin die Siegerweite von 4,82 m. Auch ihre beiden weiteren Sprünge waren mit 4,75 m und 4,73 m immer noch besser als die weitesten der übrigen Athletinnen. Lediglich die Französin Marie-Amelie le Fur kam mit einem Satz auf 4,71 m bis auf elf Zentimeter an Scherneys Top-Sprung heran.
"Wir lassen's krachen"
Angesichts ihrer Dominanz hatte Scherney noch ein anderes Ziel. "Natürlich hätte ich bei meinen letzten Paralympischen Spielen gerne Weltrekord erzielt", sagte sie im Anschluss an den Bewerb. "Am Ende ist es aber egal - Gold glänzt perfekt und im Österreich-Haus lassen wir's ordentlich krachen." Auch das offizielle Österreich gratulierte. "Sie haben nicht nur einen persönlichen Erfolg errungen, sondern auch gezeigt, dass sportliche Höchstleistungen auch mit einem körperlichen Handicap erbracht werden können", teilte Bundespräsident Heinz Fischer in einer Aussendung mit.
Zum Sprintkönig krönte sich Oscar Pistorius. Der an beiden Unterschenkeln amputierte Südafrikaner, der mit seinen Hightech-Prothesen auch bei Olympia antreten hatte wollen, verfehlte seinen Weltrekord von 10,91 Sekunden um 26 Hundertstel und gewann Gold über 100 m.
Erster Dopingfall
Die Paralympics in Peking hatten auch ihren ersten Dopingfall. Der pakistanische Gewichtheber Naveed Ahmed Butt wurde in einem Trainingstest der unerlaubten Einnahme von Anabolika überführt und umgehend für zwei Jahre gesperrt. Peter van de Vliet, der medizinische Direktor des IPC, fügte hinzu, Butts Akkreditierung wurde umgehend gelöscht. In Peking sollen mehr als tausend Blut- und Urintests genommen werden. In Athen vor vier Jahren hatte es elf positive Dopingtests gegeben, zehn davon im Gewichtheben. (apa/red)
