Sarah Palin sieht sich für Amt gerüstet:
"Man kann nicht mit der Wimper zucken"
- Senatorin gab 1. TV-Interview seit ihrer Nominierung
- Obama greift McCain via TV-Werbung scharf an

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Nach einer kurzen Atempause wegen des Jahrestags der Terroranschläge vom 11. September 2001 wird der Wahlkampf in den USA mit voller Härte fortgesetzt. In einem neuen TV-Werbespot griff der demokratische Präsidentschaftskandidat Barack Obama seinen republikanischen Rivalen John McCain scharf an. Und McCains Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin verteidigte in ihrem ersten großen Interview seit ihrer Nominierung ihre Qualifikation für das Amt.
Palin sagte dem Fernsehsender ABC, sie sei bereit, das Präsidentenamt zu übernehmen, sollte McCain nach seinem Einzug ins Weiße Haus etwas zustoßen. Sie wisse, "dass man nicht mit der Wimper zucken darf", um das Amt in der richtigen Weise auszuüben, sagte Palin. "Man muss entsprechend verdrahtet sein, um der Mission, auf der wir uns befinden, der Reform des Landes und dem Sieg im Krieg (gegen den Terrorismus) verpflichtet zu sein, man kann nicht mit der Wimper zucken."
Die Gouverneurin von Alaska räumte ein, sie habe noch nie einen ausländischen Staatschef getroffen. Bis auf einen Besuch bei amerikanischen Soldaten in Kuwait und Deutschland im vergangenen Jahr sei sie bisher nur in Mexiko und Kanada gewesen, sagte die 44-Jährige. Palin ist erst seit zwei Jahren Gouverneurin. Zuvor war sie Bürgermeisterin eines Dorfes mit rund 9.000 Einwohnern.
Das Interview mit dem ABC-Moderator Charles Gibson konzentrierte sich auf die Außen- und Sicherheitspolitik. Palin erklärte, sie habe Erfahrung darin, das Land unabhängig von ausländischen Energielieferungen zu machen. Schließlich sei sie Vorsitzende der Kommission für Öl und Gas in Alaska gewesen. Nationale Sicherheit umfasse zwar mehr als Energiefragen, aber die Energiesicherheit sei eine Grundlage der nationalen Sicherheit.
Scharfe Kritik an McCain in TV-Spot
In dem neuen TV-Werbespot stellt Obamas Wahlkampfteam den republikanischen Präsidentschaftskandidaten McCain als einen Politiker dar, der den Herausforderungen der neuen Zeit nicht gewachsen ist. Dazu werden Bilder McCains aus dem Jahr 1982 gezeigt. "Die Dinge haben sich in den vergangenen 26 Jahren verändert", sagt ein Sprecher im Hintergrund.
"Er gibt zu, dass er immer noch keinen Computer bedienen und keine E-Mails senden kann", sagt der Sprecher in dem Spot. Und weiter heißt es, McCain habe keine Ahnung von der Wirtschaft. Er befürworte Steuersenkungen für die Wirtschaft im Umfang von 200 Milliarden Dollar, aber fast keine für die Mittelschicht. Mit dem Spot solle nicht das Alter des 72-jährigen McCain zum Thema gemacht werden, sagte Obamas Sprecher Dan Pfeiffer. Es solle nur darauf hingewiesen werde, wie lange er schon in Washington sei. (apa/red)
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