Sonntag, 14. September 2008

Aeroflot-Boeing 737 in Russland abgestürzt:
Alle 88 Insassen ums Leben gekommen

  • Auch 21 Ausländer mit an Bord - Keine Österreicher
  • Maschine stürzte nahe Stadt Perm im Uralgebirge ab
    Ursache für Flugzeugabsturz ist noch immer unklar

Beim Absturz eines Passagierflugzeuges sind in Russland alle 88 Menschen an Bord ums Leben gekommen. Die Maschine vom Typ Boeing-737-500 kam aus Moskau und stürzte kurz vor der Landung in der nahe dem Ural gelegenen Stadt Perm auf unbewohntem Gebiet ab. Eine Sprecherin von Aeroflot sagte, der Kontakt mit dem Flugzeug sei abgebrochen, als die Maschine in 1.100 Metern Höhe den Flughafen ansteuerte.

Die Eisenbahnschienen wurden von dem Aufprall des Flugzeugs zerstört, ein Abschnitt der Transsibirischen Eisenbahn wurde deswegen geschlossen, sagte eine Bahnsprecherin. Augenzeugen zufolge stürzte die Boeing in steilem Winkel auf die Schienen und zerschellte. Nach amtlichen Angaben wurde der Flugrekorder gefunden. Ein Sprecher der staatlichen Untersuchungskommission meinte, wahrscheinlichste Ursache sei ein technisches Versagen.

Eine Sprecherin des Notfallministeriums sagte, von den 82 Passagieren und sechs Besatzungsmitgliedern habe niemand überlebt. Nach Angaben von Aeroflot waren insgesamt 21 Ausländer an Bord der Unglücksmaschine, neun Aserbaidschaner, fünf Ukrainer und jeweils ein Staatsbürger Deutschlands, Frankreichs, Lettlands, Italiens, der Schweiz, der Türkei und der USA.

Unfallursache weiterhin nicht geklärt
Hinweise auf einen Anschlag oder einen Sabotageakt gab es nicht. Die Ermittler bargen aus den schwelenden Trümmern der 16 Jahre alten Maschine bereits zwei Flugschreiber, mit deren Hilfe die Unglücksursache ermittelt werden soll. Aeroflot versprach den Familien der Opfer finanzielle Entschädigung in Höhe von zwei Millionen Rubel (umgerechnet rund 55.000 Euro).

Der russische Ministerpräsident Wladimir Putin drückte dem Gouverneur von Perm sein Beileid aus. "Die Regierungskommission wird jegliche Anstrengungen unternehmen, um den Absturz zu untersuchen, damit den Familien der Toten geholfen wird", zitierte die Nachrichtenagentur RIA aus Putins Schreiben.

Die in den 90er Jahren hoch verschuldete Aeroflot hat sich in den vergangenen Jahren in ein gewinnbringendes Unternehmen verwandelt, das auf dem Weltmarkt mithalten will. Der jüngste Absturz eines Aeroflot-Flugzeuges ereignete sich 1994 in Sibirien. Damals kamen 70 Menschen ums Leben, da der Sohn eines Piloten im Cockpit mitfliegen durfte und versehentlich den Autopilot ausschaltete. (apa/red)

14.9.2008 16:51