Endlich! Simbabwe-Konflikt jetzt zu Ende:
Opposition und Mugabe teilen die Macht
- Verhandlungen mit Präsidenten waren erfolgreich
- Unter Mugabe wurde Staat zu Afrikas Armenhaus

Nach langwierigen Verhandlungen haben sich Regierung und Opposition in Simbabwe auf ein Abkommen zur Teilung der Macht geeinigt. "Es ist eine Einigung in allen Punkten auf der Agenda erzielt worden", sagte der südafrikanische Präsident Thabo Mbeki, der die Gespräche zwischen beiden Seiten vermittelt hatte, in der Hauptstadt Harare. Das Abkommen soll am Montagmorgen um 10.00 Uhr (MESZ) bei einer Zeremonie offiziell unterzeichnet werden. Einzelheiten über die Einigung waren zunächst nicht bekannt.
UN-Generalsekretär Ban Ki-moon begrüßte die Einigung und gratulierte den beiden Seiten zu ihrem Erfolg. Vor allem dankte er dem Vermittler Mbeki für dessen "unermüdlichen Einsatz". Er hoffe, dass die Vereinbarung den Weg für einen dauerhaften Frieden ebnen werde. Ban verwies darauf, dass die Menschen in Simbabwe schon sehr lange unter den Umständen gelitten hätten. Es sei zu hoffen, dass es jetzt zu einer schnellen Verbesserung der sozialen Situation und der Menschenrechte für die Bevölkerung komme.
Auch Außenministerin Ursula Plassnik begrüßte die Einigung. "Das kann ein wichtiger Schritt in Richtung neues Simbabwe sein: eines Simbabwe, wo nicht der Machterhalt, sondern endlich wieder die Bevölkerung im Mittelpunkt steht", sagte Plassnik laut Aussendung und fügte hinzu: "Ich hoffe, dass mit dieser Einigung nun die Gespenster eines Bürgerkriegs in Simbabwe vertrieben sind". Die Menschen in Simbabwe hätten sich eine bessere Zukunft verdient. Sie - und nicht die Machteliten - würden unter den Folgen der Misswirtschaft, die das Land in die Armut und an den Rand des Abgrunds getrieben hat, leiden.
"Gräben des Misstrauens überwinden"
Ob das Abkommen tatsächlich den Weg aus der politischen und wirtschaftlichen Krise des Landes weise, werde wesentlich von seiner zügigen Umsetzung abhängen. Plassnik rief alle Verantwortlichen in Simbabwe auf, die "Gräben des Misstrauens zu überwinden". Sie vertraue darauf, dass Mbeki über die Umsetzung des Abkommens ebenso engagiert wachen werde wie er sich in die Verhandlungen eingebracht habe.
Die oppositionelle Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) hatte die Parlamentswahl vom 29. März gewonnen, bei der gleichzeitigen Präsidentenwahl setzte sich jedoch Mugabe in einem erbitterten Machtkampf trotz internationaler Proteste durch. Dabei zog Tsvangirai seine Kandidatur vor der Stichwahl wegen fortgesetzter Repressionen seitens der Regierungspartei ZANU-PF zurück. Mugabe gewann dann die Stichwahl am 27. Juni als einziger Kandidat.
Armenhaus Afrikas
Mugabe ist seit 1980 in Simbabwe an der Macht und hat das Land in den wirtschaftlichen Ruin geführt. Innerhalb von 20 Jahren wurde Simbabwe vom afrikanischen Musterstaat zum Armenhaus des Kontinents. Die Inflationsrate liegt offiziell bei über zwei Millionen Prozent, inoffizielle Schätzungen sprechen inzwischen von 15 Millionen Prozent. (apa/red)
Fall Heidrun Wastl13:58
Die irre BeichteTatverdächtiger Erich W. spricht von Unfall - "Ich habe sie vermutlich getroffen"
Anders Behring Breivik19:11
War er Einzeltäter?Norwegens Polizei ist sicher, dass der Attentäter die Anschläge allein ausgeführt hat
