Italien kämpft gegen Straßenstrich: Freiern droht 15 Tage Haft und 13.000 Euro Strafe
- Zuhältern droht für minderjährige Mädchen 12 Jahre
- In Italien arbeiten rund 35.000 Frauen auf der Straße

Die italienische Regierung hat einem Gesetzentwurf zugestimmt, der die Straßenprostitution verbieten soll. Damit solle der Prostitution, die zu Frauenhandel und "Sklaverei" führe, ein "schwerer Schlag" versetzt werden sagte Gleichstellungsministerin Mara Carfagna auf einer Pressekonferenz in Rom. In dem Entwurf sind bis zu 15 Tage Gefängnis und eine Geldstrafe bis zu 13.000 Euro für Prostituierte und Freier vorgesehen, die an öffentlichen Orten erwischt werden. Zuhältern, die minderjährige Prostituierte auf die Straße schicken, drohen bis zu zwölf Jahre Haft und eine Geldstrafe von bis zu 150.000 Euro.
Härtere Strafen für Prostitution sind ein Ziel der Regierung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi. Schätzungen zufolge gibt es in Italien bis zu 70.000 Prostituierte, ein Drittel davon aus dem Ausland. Mehr als die Hälfte davon arbeitet auf der Straße, rund ein Fünftel ist minderjährig. Der Gesetzesentwurf, mit dem erstmals in Italien die Kunden von Prostituierten bestraft werden wollen, muss jetzt dem Parlament vorgelegt werden. Die Strafen gelten nicht für Kunden von Prostituierten, die in Wohnungen arbeiten. Auch die Strafen für Kunden minderjähriger Prostituierten sollen verschärft werden. Wer Minderjährige zur Prostitution zwingt, muss mit Haftstrafen bis zu 12 Jahren rechnen. Die Geldstrafen können bis zu 150.000 Euro betragen.
Hohe Strafen für Zuhälter
Wenn die Minderjährigen unter 16 Jahre alt sind, wird die Strafe um bis zu 50 Prozent erhöht. Minderjährigen Ausländerinnen, die sich auf der Straße prostituieren, soll soziale Unterstützung garantiert werden. Sie sollen aber auch in ihre Heimat zurückgebracht werden. Kriminelle, die Prostitutionsringe aufbauen, müssen mit Haftstrafen bis zu acht Jahren rechnen.
Der Straßenstrich wird in Italien vor allem von kriminellen Organisationen kontrolliert. In Italien gibt es nach Schätzungen des Innenministeriums etwa 70.000 Prostituierte, die einen Jahresumsatz von 26 Milliarden Euro erwirtschaften. 80 Prozent der Kunden fordern Geschlechtsverkehr ohne Kondome. Zwölf Prozent der Prostituierten sind HIV-positiv. Innenminister Roberto Maroni sprach sich kürzlich für die Wiedereinführung von Rotlichtvierteln zur Kontrolle der Prostitution aus. Auf diese Weise könne man eine ärztliche Kontrolle der Prostituierten garantieren und die Straßenprostitution reduzieren.
(apa/red)
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