Außenminister Lawrow in Polen: Russland
"unverändert" gegen das US-Raketenschild
- Heranrücken von US-Infrastruktur birgt "Risiken"
- Russland fühlt sich durch grenznahe Raketen bedroht

Nach Gesprächen mit dem polnischen Außenminister Radoslaw Sikorski in Warschau hat der russische Außenminister Sergej Lawrow betont, die Haltung Moskaus zur US-Raketenabwehr in Mitteleuropa sei "unverändert". Russland sehe sich nicht von Polen bedroht, jedoch berge das "Heranrücken von US-Infrastruktur an seine Grenzen" ein gewisses "Risiko", sagte Lawrow. Sikorski bekundete eigenen Angaben zufolge die Bereitschaft zu vertrauensbildenden Maßnahmen. Über Details würden demnächst die Vize-Außenminister beraten.
Auch in Zeiten von internationalen Spannungen seien Polen und Russland dialogbereit, sagte Sikorski vor Journalisten. Die Zusammenkunft mit Lawrow bezeichnete er als ergiebig. Sie habe ihm geholfen, "die Position Russlands besser zu verstehen", so der polnische Außenminister. Mit diesem Wissen könne Polen auch die Politik der EU und der NATO gegenüber Russland "auf kompetente Weise mitgestalten".
Dass das Treffen mit seinem russischen Amtskollegen wie geplant stattgefunden hatte, führte Sikorski als "Beweis" an, "dass unsere zwei Länder offen für den Dialog sind und weiter Diplomatie betreiben werden".
Lawrow betonte, das Treffen sei im Zusammenhang mit dem Moskau-Besuch von Polens Ministerpräsident Donald Tusk im Februar erfolgt. "Damals haben wir vereinbart, dass Russland und Polen ihre Beziehungen vertiefen sollen", so der russische Außenminister. Das bedeute nicht, dass es keine Unstimmigkeiten gebe. (apa/red)
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