Dramatische Missstände weltweit: 2,6 Milliarden leiden unter Wasserversorgung
- Kein Trinkwasser für 13 Prozent der Weltbevölkerung
Rund 2,6 Milliarden Menschen weltweit leiden nach Schätzungen unter den Folgen von fehlender oder mangelhafter Sanitärversorgung. Rund 880 Millionen Menschen, also etwa 13 Prozent der Erdbevölkerung, haben nach Angaben von UNICEF und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) immer noch kein Zugang zu sauberem Trinkwasser. Die Betroffenen leben vor allem in Afrika südlich der Sahara.
Verschmutztes Wasser und nicht entsorgte Fäkalien verursachen geschätzte 88 Prozent aller Durchfallerkrankungen weltweit. Jedes Jahr sterben daran Millionen von Menschen, besonders Kinder unter fünf Jahren sind betroffen. Alle 20 Sekunden stirbt irgendwo auf der Welt ein Kind als Folge von fehlender Hygiene, schmutzigem Wasser oder mit Fäkalien verunreinigtem Essen. Nach Schätzungen gehen in den Entwicklungsländern pro Jahr mehr als 1,2 Milliarden Arbeitstage wegen von mangelnder Hygiene und verschmutzten Wasser verursachten Krankheiten verloren.
In den Millenniumszielen beschlossen Staats- und Regierungschefs im Jahr 2000, den Anteil der Menschen ohne Zugang zu sanitärer Grundversorgung bis 2015 zu halbieren. Man habe aber nirgendwo das nötige Reformtempo erreicht, erklärte der UN-Generalsekretär Ban Ki Moon anlässlich des Weltwassertages im heurigen März. Zwar wurde laut WHO zwischen 1990 und 2004 für 1,2 Milliarden Menschen der Zugang verbessert, ohne Zugang blieben demnach 2015 weiterhin 2,4 Milliarden Menschen. Laut dem UN-Generalsekretär könnte mit dem bisherigen Tempo eine Halbierung der Betroffenen in Schwarzafrika erst im Jahr 2076 erreicht werden.
Generell gibt es weltweit etwa 1,32 Kubikkilometer Wasser, hauptsächlich in den großen Ozeanen. Nur rund drei Prozent des gesamten Wasservorrates ist Süßwasser, 80 Prozent davon sind laut dem Wasserverband Mittleres Burgenland als Eis an Polkappen und Gletscher gebunden. Nur 0,6 Prozent des weltweiten Gesamtwasservorrates sind also für die Wasserversorgung der Menschen nutzbar.
(apa/red)
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