20 Tote bei Raketenangriff in Pakistan:
Amerikanische Attacke galt Taliban-Führer
- Vorfall ereignete sich im Grenzgebiet zu Afghanistan
- Hauptsächlich Frauen und Kinder unter den Opfern

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Bei einem US-Raketenangriff auf Extremisten in Pakistan sind mindestens 20 Menschen getötet worden. Die meisten Toten seien Frauen und Kinder gewesen, sagte ein Angehöriger der Sicherheitskräfte. Ziel war das Haus eines wichtigen Taliban-Kommandanten Hakkani und dessen Sohn, die zum Zeitpunkt des Angriffs aber nicht vor Ort waren. Zusätzlich wurde eine Koranschule für Mädchen zerstört.
Nach Angaben von Zeugen sind unter den Opfern Verwandte der Extremisten. Neben den 20 Toten habe es rund zwei Dutzend Verletzte gegeben. Zwei unbemannte Flugzeuge, sogenannte Drohnen, hätten mindestens vier Raketen abgeschossen und mehrere Gebäude zerstört. Entgegen erster Angaben sei eine von Hakkani gegründete Koranschule für Buben nicht getroffen worden. Ein Armeesprecher bestätigte, dass es in der Gegend zu Explosionen gekommen sei, machte aber keine näheren Angaben.
Als Besitzer der angegriffenen Gebäude benannte ein Militärvertreter den langjährigen Islamistenführer Jalaluddin Hakkani. Dieser hatte in den 70er und 80er Jahren gegen die sowjetische Besatzung Afghanistans gekämpft und kennt Osama Bin Laden, als dessen Freund er gilt, seit rund 20 Jahren. Nach US-Angaben hat Hakkani zudem enge Kontakte zum pakistanischen Geheimdienst ISI: Einem "New York Times"-Bericht vom Juli zufolge taucht er in einem Dossier zur mutmaßlichen Verstrickung des ISI in ein Selbstmordattentat auf die indische Botschaft in Kabul auf, das der US-Geheimdienst CIA der pakistanischen Regierung übergab.
Während Hakkani krank und nicht mehr sehr aktiv sein soll, gilt sein Sohn Sirajuddin als Anführer einer Taliban-Gruppe. Beide hielten sich nach den Worten eines anderen Sohnes, Badruddin, zum Zeitpunkt des Angriffs jedoch in Afghanistan auf. Getötet worden sei dagegen eine seiner Tanten, sagte Badruddin, nach dessen Angaben das Haus der Familie von sechs Raketen getroffen wurde.
(apa/red)
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