Fleischhackers Buch-Bombe vor der Wahl:
Journalist rechnet mit unseren Politikern ab
- NEWS: Parteien und Politiker unter schärfster Kritik
- PLUS: Leseauszüge aus der "Politikerbeschimpfung"
·Fleischhacker-Tirade
gegen unsere Politik
Leseauszüge aus seiner
"Politikerbeschimpfung"

Das Buch kommt wie ein Torpedo daher. 17 Tage vor der Wahl. Still, aber explosiv. Eine gnadenlose, ultraharte, zynisch-brutale Abrechnung mit Österreichs Polit-Klasse. Niemanden, weder Parteien und deren Chefs noch die Sozialpartner und selbst den Bundespräsidenten, verschont der Autor: Michael Fleischhacker, 39, der junge Chefredakteur der bürgerlich-liberalen Tageszeitung "Die Presse", Absolvent des Stiftsgymnasiums Admont, der in Graz Theologie, klassische Philologie und Germanistik studierte, hat auf 176 Buchseiten in die Vollen gegriffen: "Politikerbeschimpfung. Das Ende der 2. Republik". Er beginnt mit einem Prolog, in dem er sämtliche Schimpfworte, die Politiker in den letzten Jahren einander an den Kopf warfen, zitiert.
Fleischhackers analytisch/zornig/emotionale Schlussfolgerungen über die Erbärmlichkeit, Verrottung und Verluderung von Österreichs Politik münden in Kampfrufen: Nie wieder große Koalition! Her mit dem Mehrheitswahlrecht!
Mit Vollgas and die Wand
Fleischhacker: "Ich habe den Eindruck, dass sich die Politik nicht nur in der Sackgasse befindet, sondern das österreichische Demokratiegefährt mit Vollgas gegen die Wand fährt, die am Ende dieser Sackgasse steht." Peter Handkes "Publikumsbeschimpfung" (1965) diente ihm als Vorlage. Ein Sprechstück, das Handke seinerzeit schrieb, weil er den Eindruck hatte, "dass Theater so nicht mehr geht". Fleischhacker: "Immer mehr Österreicher sind jetzt der Überzeugung, dass Politik so nicht mehr geht." Damit ihn betroffene Politiker nicht massakrieren, bedient sich Fleischhacker eines literarischen Kunstgriffs, indem er den Kulturpublizisten Franz Schuh zitiert:
"Ich finde, dass man ein Publikum, das man ernst nimmt, auch beschimpfen kann." Was Fleischhacker ausgiebig tut.
Einer historischen Herleitung des politischen Ist-Zustands der Republik samt Hinweis auf Jörg Haiders diesbezügliche 20-jährige Bundes-Tätigkeit lässt der "Presse"-Chef gleich zu Beginn die Wertung zum Koalitionsbruch 2008 folgen: "Alfred Gusenbauer und seine rot-schwarze Amateurtruppe haben in eineinhalb Jahren etwas zustande gebracht, das der einzige österreichische Nachkriegspolitiker, der außer Kreisky und Androsch das Zeug zum Vollprofi hatte, in zwei Jahrzehnten nicht schaffte: Die Zweite Republik ist tot. Und das ist gut so."
Lesen Sie die Geschichte im NEWS Nr. 37/08!
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