Donnerstag, 11. September 2008

Nationalratswahl: Die ersten Stimmen sind
per Wahlkarten bereits abgegeben worden

  • Die Briefwahl ist erstmals auf Bundesebene möglich
  • Wahlkarten werden bei der Gemeinde ausgegeben

Die ersten Wähler haben schon ihre Stimme für die Nationalratswahl am 28. September abgegeben. Denn der Versand der Wahlkarten läuft - und mit Erhalt der Wahlkarte kann sofort die neue Möglichkeit der Briefwahl genützt werden. Wie viele Wahlkarten bisher ausgestellt wurden, kann der Leiter der Wahlabteilung im Innenministerium, Robert Stein, nicht abschätzen. Nach der Wahl wird es eine detaillierte Analyse über die Nutzung der Briefwahl geben, erklärte er.

Die Abwicklung der Wahlkartenanträge erfolgt dezentral. Wahlkarten werden mündlich oder schriftlich bei der Gemeinde, in deren Wählerevidenz man steht, beantragt - und dann von der Gemeinde versandt. Kurz vor der Wahl werden die Daten gesammelt und die Zahl der beantragten Wahlkarten bekanntgegeben.

Diese können freilich nicht nur für die Briefwahl, sondern auch für die Stimmabgabe am Wahlsonntag in einem "fremden" Wahllokal oder vor einer "fliegenden" Wahlkommission (im Spital oder bei Bettlägrigkeit zu Hause) verwendet werden.

Briefwahl erstmals auf Bundesebene
Da die Briefwahl erstmals auf Bundesebene zum Einsatz kommt, lässt sich nicht abschätzen, wie viele Österreicher sie nützen werden. In Deutschland wählen 15 bis 18 Prozent auf dem Postweg. Damit ist in Österreich wohl (noch) nicht zu rechnen. Bei der Tiroler Landtagswahl im Juni gaben laut Landeswahlbehörde 3,71 Prozent ihre Stimme auf dem Postweg ab.

Das Zünglein an der Waage
Wahlkarten-Stimmen haben - auch ohne Briefwahl - schon öfter das Ergebnis verändert. Bei der Wahl 2006 brachten sie den Grünen letztlich doch den dritten Platz knapp vor der FPÖ und verschoben ein Mandat vom BZÖ zu den Grünen. 4,21 Prozent der Wahlberechtigten gaben damals ihre Stimme per Wahlkarte ab.

Das Ergebnis inklusive Briefwahl-Stimmen wird am 6. Oktober abends feststehen. Denn bis zum achten Tag nach der Wahl um 14.00 Uhr müssen die Briefwahl-Stimmen bei der Bezirkswahlbehörde eingelangt sein. Heuer wird es erstmals aber auch eine Zwischenauszählung geben: Am Dienstag nach der Wahl, am 30. September, müssen die Bezirkswahlbehörden die Wahlkarten, die am Sonntag in fremden Wahlkreisen abgegeben wurden, und die bis dahin eingelangten Briefwahl-Stimmen auszählen.
(apa/red)

11.9.2008 11:40