Promi-Komitee für Werner Faymann: Mit Korkmaz, Muliar & Keszler auf Stimmenfang
- "Stimmen für Faymann": Neue Initiative im Internet
- Kicker Korkmaz: "Strache steht nicht auf Ausländer"

Nach Wilhelm Molterer und Alexander Van der Bellen hat jetzt auch Werner Faymann eine prominente Fan-Gruppe hinter sich geschart. "Stimmen für Werner Faymann" versammelt Unterstützer aus allen Berufsgruppen und gesellschaftlichen Bereichen, heißt es in einer Aussendung der SPÖ. Prominenteste "Stimmen" sind jene von Fußball-Nationalspieler Ümit Korkmaz, Alt-Kanzler Franz Vranitzky und Medizin-Nobelpreisträger Eric Kandel.
Nun ist auch die neue Internetseite www.stimmen-fuer-faymann.at online. Die Initiative sei ganz bewusst als offene Plattform konzipiert, alle seien eingeladen, sich einzutragen, erläuterte SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Doris Bures. Die Gelegenheit wahrgenommen haben unter anderem die Schauspieler Fritz Muliar und Dolores Schmidinger, Rapid-Trainer Peter Pacult, Lifeball-Organisator Gery Keszler und die olympische Wasserspringerin Anja Richter.
"Schon immer SPÖ gewählt"
Fußballprofi Ümit Korkmaz begründet sein Engagement im Promi-Komitee ganz einfach: Seine Eltern und er würden schon seit Jahren SPÖ wählen, weil die Sozialdemokraten "bessere Konditionen für Ausländer" schaffen. "Ich respektiere alle Parteien, aber ich wähle SPÖ, weil sie mir sympathisch ist", sagte Österreichs vielleicht stärkster Spieler bei der Fußball-Europameisterschaft.
Persönlich kenne er Faymann zwar nicht, er denke aber, dass die SPÖ das Beste für ihn und seine Familie sei. Auf ihn aufmerksam geworden ist die SPÖ wahrscheinlich nach einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin "profil", in dem verriet, dass er immer SPÖ wählt. Auf FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache angesprochen, meinte Korkmaz: "Man weiß, dass der HC Strache nicht so auf Ausländer steht." Er respektiere aber jede Partei. Die Anti-Türkei-Linie Straches sei dessen Meinung, türkischstämmige Zuwanderer müssten sich aber vor Strache nicht fürchten, glaubt Korkmaz.
Wie unterscheidet man Integrierungsgrad?
Dass die FPÖ neuerdings ihr "besonderes Verhältnis zur serbischen Gemeinde in Wien" entdeckt hat und Migranten mit serbischem Hintergrund als besonders gut integriert hervortut, beurteilte Korkmaz skeptisch. Es gebe auch Serben, die sich nicht gut integriert haben. Da stelle sich die Frage, was passiert, wenn die FPÖ in die Regierung komme. Wie wolle man, wenn die FPÖ die "Ausländer reduzieren will", unterscheiden, wer sich integriert habe und wer nicht, fragte Korkmaz.
Er selbst habe nie gröbere Probleme mit Ausländerfeindlichkeit gehabt. "Ab und zu hört man, 'Scheiß-Ausländer'. Aber da muss man drüberstehen." Dass er als positives Integrationsbeispiel genannt wird, mache ihn "stolz". Er sei auch "stolz", ein Österreicher zu sein, habe aber seine Wurzeln nicht vergessen. Wichtig für seine Integration sei die Familie gewesen. Er habe etwa bei türkischen Nationalfeiertagen in der Schule nicht gefehlt und sich dem Leben in Österreich angepasst. (apa/red)
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