Freitag, 12. September 2008

Burgenländer haben die EU besonders gern:
Union in Tirol dagegen am unbeliebtesten

  • Studie: Urnengänge und Fördermittel analysiert
  • Beteiligung bei EU-Wahlen seit 1994 rückläufig

Bei der Volksabstimmung für einen Beitritt Österreichs zur EU vor fast 15 Jahren war das Burgenland das bei weitem EU-freundlichste Bundesland (mit 74,66 Prozent Ja-Stimmen), während sich Tirol am skeptischsten zeigte (56,66 Prozent). Auch bei der Wahlbeteiligung an den Europawahlen 1996, 1999 und 2004 zeigte sich laut Österreichischer Gesellschaft für Europapolitik (ÖGfE) ein ähnliches Bild.

Während sich die Burgenländer an den Wahlen am stärksten beteiligten (2004 mit 58,25 Prozent im Österreich-Gesamtvergleich von 42,43 Prozent), präsentieren sich die Tiroler mit 34,04 Prozent Beteiligung am wenigsten wahlfreudig. In einer neuen Studie der ÖGfE werden jene Gemeinden und Bezirke näher betrachtet, die 1994 eine besondere EU-Befürwortung oder Ablehnung aufwiesen und ihre Beteiligung an den nachfolgenden Europawahlen analysiert.

Auch das Ausmaß, in welchem Bezirke und Bundesländer im Zeitraum 1995 bis 1999 Mittel aus EU-Strukturfonds sowie nationale öffentliche Mittel erhalten haben, wird in der Studie betrachtet. Das Burgenland bekam mit 671,3 Euro pro Einwohner im Bundesländer-Vergleich die höchsten Mittel aus EU-Strukturfonds. Dagegen lag Tirol mit 62,2 Euro pro Kopf unter dem Österreich-Schnitt von 99,60 Euro.

EU-Interesse seit 1994 gesunken
Insgesamt ist die Wahlbeteiligung an EU-Wahlen in Österreich gesunken. Während sich 1994 noch 82,35 Prozent der Österreicher an der Volksabstimmung für oder gegen einen EU-Beitritt beteiligten, waren es 1996 bei der EU-Parlamentswahl zwei Drittel (67,73 Prozent). 1999 mit 49,40 Prozent bereits weniger als die Hälfte der Österreicher, und 2004 sank die Beteiligung nochmals auf 42,43 Prozent ab. Den geringsten Wählerrückgang bei den EU-Parlamentswahlen verzeichnen das Burgenland (18,46 Prozent) und Niederösterreich (19,26 Prozent). In Wien wollten hingegen mit 31,74 Prozent Rückgang am meisten Wähler nicht mehr ins Wahllokal gehen. (apa/red)

12.9.2008 11:04