Autofahrerklubs empört: Weltmarktpreise sinken - Tankstellenpreise steigen weiter
- ÖAMTC und ARBÖ schlagen über Differenz Alarm
- Novelle für Preistransparenz lässt auf sich warten

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Die günstigsten Tank- stellen auf einen Blick
Der ARBÖ wirft der Mineralölindustrie vor, weiterhin die Autofahrer an der Nase herumzuführen. Obwohl die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) erst kürzlich festgestellt habe, dass Preissenkungen an den Weltmärkten mit Verzögerungen an die Konsumenten weitergegeben werden, reagiere die Branche nicht, sondern provoziere sogar noch die Kunden. "Seit vergangenem Freitag sinken in Rotterdam die Preise für Diesel und Eurosuper - nur in Österreich klettern sie munter nach oben", so ARBÖ-Sprecherin Lydia Ninz zur APA.
Ihr Resümee nach zahllosen Spritpreisgipfeln: "Der Markt funktioniert nicht. Wie lange wollen die wahlkämpfenden Politiker, allen voran der Wirtschaftsminister (Martin Bartenstein), noch zuschauen, wie die Autofahrer über den Tisch gezogen werden?" Das Preisniveau für Diesel in Rotterdam sei mittlerweile auf das tiefste Niveau seit fünf Monaten gesunken. "Die spekulative Blase ist geplatzt. Demnach müsste auch der Dieselpreis in Österreich wieder auf das Niveau von Anfang April hinunter. Also auf 1,23 Euro, was einer Verbilligung um 7 Cent entspricht", rechnet der ARBÖ vor.
Novelle für mehr Preistransparenz lässt auf sich warten
Und er kritisiert, dass die von Bartenstein für 1. September angekündigte Novelle für mehr Preistransparenz an den Tankstellen bis heute nicht einmal veröffentlicht wurde. "Die Politik lässt die Autofahrerinnen und Autofahrer im Stich und kassiert", so Ninz. Wie berichtet hat das Ministerium im August eine Novelle zur Preisauszeichnungsverordnung in Begutachtung geschickt.
Der ÖAMTC wies heute darauf hin, dass bei 71 Prozent der österreichischen Tankstellen Super und Normal fast gleich viel kosten, was bei den Autofahrern für einige Verwirrung sorge. Der Autofahrerklub rät: Ist der Preis gleich, dann Super tanken. "Wenn der Normalbenzin günstiger ist, kann man den Tank auch mit dem günstigeren Kraftstoff füllen, selbst wenn der Hersteller für den Motor Super vorschreibt. Volumensmodelle haben spätestens ab dem Baujahr 2000 einen Klopfsensor. Der sorgt dafür, dass sich der Motor selbstständig auf die getankte Oktanzahl einstellt", betonte der ÖAMTC. Nur bei Motoren, die älter als zehn Jahre sind, sollte man jedoch auf Oktanzahl achten und im Zweifelsfall zur sicheren Super-Zapfsäule greifen.
(apa/red)
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