Lenz-Moser Spross will Grünen Veltliner
globalisieren: Wein in 35 Ländern vertreten
- Trend geht wieder in Richtung einheimische Weine
- Grüner Veltliner "Laurenz V" ist ein Wein für Frauen

Laurenz M. Moser, Spross der gleichnamigen Weinbaudynastie, sieht weltweit große Chancen für den wichtigsten österreichischen Weißwein, den Grünen Veltliner. "Ich sehe nicht ein, dass neuseeländischer Sauvignon Blanc heute in allen Weinregalen und Restaurants der Welt ist, obwohl Neuseeland nur 25.000 Hektar Rebflächen hat, halb so viel wie Österreich", sagte Wein- und Weinvermarktungsexperte am Donnerstag im Gespräch mit der APA. Mit seiner vor drei Jahren gegründeten Weinmarke "Laurenz V" - ausschließlich Grüner Veltliner - ist er mittlerweile schon in 35 Ländern vertreten; Tendenz: steigend.
Die Zeichen für eine weltweite Vermarktung des wahrscheinlich typischsten Weißwein des Landes stehen nach Ansicht von Moser gut: Der Trend in der Weinwelt nach dem Rotweinboom der 90er Jahre wieder in Richtung Weißwein. Die Nachfrage nach Veltliner, Chardonnay, Sauvignon Blanc und Co steigt derzeit um zwei bis drei Prozent jährlich, bei Reise noch stärker, während sie bei Roten stagniert. "Alle 10 bis 15 Jahre schlägt das Pendel in die andere Richtung aus", zitiert Moser einen Spruch seines Großvaters, des eigentlichen Initiators des Grünen Veltliner-Booms in Österreich.
Zurück zu einheimischen Weinen
Gleichzeitig kommen die Weintrinker wieder zurück zu den klassischen und damit europäischen bzw. oft einheimischen Weinen. "Europe is back", sagt Moser. Im englischen Weinmarkt, der Trends oft vorwegnimmt, legten nur noch die europäischen Sorten zu, der Absatz der Neuen Welt-Weine stagniert. In Deutschland stieg der Anteil der deutschen Weine 2007 nach einem langjährigen Schnitt von 40 Prozent auf 45 Prozent. In Österreich ging der Anteil der Importweine zuletzt auf 15 Prozent zurück, nachdem er Ende der 90er Jahre auf 30 Prozent geklettert war.
"Laurenz V" - Ein Wein für Frauen
Moser, der selbst ausgebildeter Weinmacher ist und weiter in Frankfurt lebt, hat seine "Laurenz V"-Grünen Veltliner von vornherein für weltweit angelegt: Einfache Etiketten, maximal 12,5 Prozent Alkohol und im Geschmack "nicht zu staubtrocken", erzählt er. Außerdem sei das Produkt auf Frauen ausgerichtet, weil 70 Prozent der Weine weltweit von Frauen gekauft werden und bei Weißweinen 70 Prozent davon auch von Frauen getrunken werden.
Grüner Veltliner weltweit
Produziert wird der Wein nach Mosers Vorgaben einerseits bei Fred Loimer im Kamptal andererseits gemeinsam mit dem Kellermeister bei Lenz Moser in Rohrendorf (Krems). Insgesamt verarbeitet Moser Veltliner-Trauben von rund 60 ha Rebfläche. Die Weine werden ausschließlich im Fachhandel bzw. in Restaurants verkauft, nur sechs Prozent in Österreich, der Rest weltweit bis nach Australien.
(apa/red)











Her mit dem feinen Käse:
