Dienstag, 2. September 2008

Australien für Feinschmecker mit Sinn für einige Experimente: Chop Suey mit Känguru

  • Krokodil und Känguru auf exotischen Speisekarten
  • Adelaide, die geheime Gourmet-Hauptstadt Australiens

Menschenleere Outbacks, eine Tierwelt, deren Evolution stehen geblieben zu sein scheint und meterhohe Wellen an endlos weißen Sandstränden: In das "Abenteurer-Land" Australien kommen die Touristen aus Übersee hauptsächlich wegen der Naturwunder. Dabei übersehen viele, dass sich der Kontinent zusehends zu einer Gourmet-Insel entfaltet, auf der Feinschmecker einiges entdecken können.

Die charmante Hauptstadt Südaustraliens mit ihren gemütlichen Parks und der familiären Strandatmosphäre wirkt adrett, aber auf den ersten Blick so gar nicht experimentell. Doch mit den über 700 Restaurants, die um die Gunst von gerade einmal 1,1 Millionen Einwohner konkurrieren, hat sich Adelaide so etwas wie den Status der geheimen Gourmet-Hauptstadt Australiens erworben.

Eigene Cuvée kreieren
Überhaupt ist die gesamte Region durch ihre langen Sommer und milden Winter geradezu prädestiniert für den Gedeih von Genussfreuden aller Art. Insbesondere trifft das für das nordöstlich von Adelaide gelegene Weinbaugebiet Barossa Valley zu. In der Region, in der einige der weltweit ältesten Shiraz-Weinberge liegen sind renommierte Güter wie Henschke oder Penfolds beheimatet. Letzteres lockt die Besucher mit einer besonderen Herausforderung. Die Gäste dürfen im Labor ihre eigene Cuvée kreieren und mit nach Hause nehmen.

"Kaffeehaus" in Australien
Wer sich im Barossa Valley von Weinbauer zu Weinbauer durchkostet, dem springt die Einwandererkultur aus Europa deutlicher als sonst wo in Australien ins Auge. "Kaffeehaus", "Wurst" und "Bäckerei" liest man auf den Schildern der kleinen Ortschaften. Diese tragen nicht selten Namen wie Krondorf, Siegersdorf oder Hahndorf und erinnern an die ersten Migranten aus Deutschland und Schlesien, die die örtliche Gourmet-Kultur entscheidend mitgeprägt haben.

Ursprüngliche Zutaten des Landes
Ihr Domizil im Tal hat auch der "Inbegriff" der australischen Köchin schlechthin: Aus dem TV-Studio auf ihrer Farm erreicht Maggie Beer - das australische "self-made"-Pendant zur österreichischen Johanna Maier - mit ihrer Kochshow ein Millionenpublikum. Immer mehr australische Köche wagen sich bei der Arbeit an die "eigentlichen" Ursprünge des Landes und servieren ihren Gästen so genannte "Bush Tucker", also Zutaten, von denen sich bereits die Aborigines ernährten. Die Rede ist von Produkten wie Kakadu-Pflaumen, Possumfleisch, Buschtomaten, Anismyrte, Akazien-Samen oder wie den kleinen, roten Ribberries-Früchte.

Fisch, Känguru und Krokodil auf der Speisekarte
Auf den gängigen Speisekarten sind sie aber noch ein wenig schwieriger zu finden als die bekannt-typischen "Aussi-Gerichte" wie Krokodil-Fleisch, der buttrig schmeckende Barramundi-Fisch oder eben das Wappentier des "fünften Kontinents". Känguru liefert übrigens ein äußerst zartes, mageres Fleisch, das leicht nach Wild schmeckt. Wegen seines äußerst niedrigen Fettgehalts erfreut es sich hauptsächlich als Exportgut für die gesundheitsbewussten europäischen Märkte steigender Beliebtheit, wo Alternativen zu Rind- und Lammfleisch gesucht werden. Die Australier selbst lassen sich für die lange Zeit hauptsächlich zu Hundefutter verarbeitete Delikatesse hingegen viel langsamer erwärmen.

(apa/red)

2.9.2008 17:15