Mittwoch, 3. September 2008

Horngestell feiert mal wieder Comeback:
50er Jahre feiern bei Designer ihr Revival

  • Balenciaga, Bottega Veneta und Armani als Vorreiter
  • XL-Trends gehen angeblich endgültig Ende entgegen

Röhrenjeans, Chucks und jetzt auch noch die Hornbrille: Die Mode der 80er Jahre feiert sogar im Segment der Korrektionsbrillen ein Comeback. Weniger streng, aber mit viel "Glam" und 50er-Jahre-Elementen verschönern Designer optische Sehhilfen für modemutige Damen: Farbige Strasssteinchen bei Marc Jacobs, flügelförmige Dekorationselemente bei Giorgio Armani oder glitzernde Kristalle in Form floraler Motive bei Valentino betonen die feminine Seite.

Der XL-Trend geht wie bei den Sonnenbrillen seinem Ende entgegen, konstatiert die Firma Safilo, ein Marktführer bei Luxus- und Qualitätsbrillen mit Stammsitz in Padua. Vorreiter sind Labels wie Balenciaga, Bottega Veneta und Emporio Armani. Sie setzen bereits auf extra schmale Korrektionsfassungen. Originelle Farbzusammenstellungen und auffällige Dekore mit asymmetrischem Design der Bügel richten sich an selbstbewusste Brillenträger mit Vorliebe für das Ungewöhnliche. Bei den Formen kommt ein Großteil der Inspiration aus den 1950er Jahren.

Das ist neu:
Laufsteg-Designer Alexander McQueen brilliert mit einer Butterfly-Linie aus Metall und Holzbügeln. Korrektionsfassungen von Balenciaga feiern heuer ihr Debüt: Der Couture-Esprit des Hauses drückt sich in den Verarbeitungstechniken, im unverwechselbaren Design und in edlen Farben aus. Für die Herrenfassung kam lineares Design aus Acetat zum Einsatz, klassisch-elegant ist der breite und kantige Rahmen mit Doppelbrücke.

Boss setzt seinen Kundinnen rechteckige Fassungen mit betonten Profilen auf. Für die Herren hält die Marke Retro-Stil im gepflegten 50er-Jahre-Look bereit. Auch Marc Jacobs ließ sich vom Vintage-Chic inspirieren und entwarf floralen Dekore für rechteckige Korrektionsfassungen. Die Bügel schmückt ein Jugendstil-Wellenmotiv.

Dior bietet u.a. eine Acetat-Korrektionsfassung in Schmetterlingsform. Die neue Gucci-Damenkollektion veredelt das historische Wappen des Florentiner Modehauses. Diesel lanciert Brillengestelle mit kleinen Magneten im Inneren, dank derer sich die Bügel bei Berührung öffnen. Pierre Cardin belebt die Bügel seiner Metallfassungen mit einem Flechtmotiv. Yves Saint Laurent setzt nicht als einziges Luxuslabel auf (Swarovski-)Kristalle. Auch Valentino präsentiert eine glitzernde Kollektion und tanzt bei der Größe aus der Reihe: Oversize ist beim Altmeister Trumpf.

Carrera bringt Fassungen aus einer Titanlegierung, die ohne Schaden verdreht und belastet werden können. Oxydo stellte eine ausgefallene Eyewear-Kollektion mit Fassungen aus Metall im Glam-Retro-Design und mit floralen Lochdekoren auf den Bügeln vor. Auch Bluebay bringt die Stahlsilhouette mit femininer Linie. Smith hat die technischen und stilistischen Elemente seiner erfolgreich lancierten Sonnenbrillen auf die Korrektionsfassungen übertragen. Ein Merkmal ist das "Interlock"-Patent, mit dem sich die Gläser leicht austauschen lassen.

(apa/red)

3.9.2008 11:44